Zweisprachige Suche bei Google

Wussten Sie, dass Sie eine zweisprachige Suche bei Google durchführen können? Die URL dazu lautet https://2lingual.com/ . Sie bekommen eine einfache Suchzeile gezeigt und darunter zwei Klappmenüs, in denen Sie Ihre beiden Sprachen auswählen können.

Die Sprachauswahl ist nicht ganz so groß wie bei der Wikipedia. Der Schwerpunkt liegt auf europäischen Sprachen. Es gibt verschiedene asiatische Sprachen, Chinesisch zum Beispiel in zwei Versionen: eine vereinfachte und die traditionelle Version. Auch Thailändisch, Japanisch und Koreanisch sind vertreten. Natürlich gehört Russisch dazu. Was aber völlig fehlt, sind afrikanische Sprachen. Hm. Wirtschaftlich nicht so spannend, oder warum?

Was bringt eine zweisprachige Suche?

Sie können auf diese Weise ein Thema in zwei verschiedenen Sprachbereichen und damit häufig unter zwei verschiedenen Blickwinkeln recherchieren. Problematisch wird es, wenn Sie, wie in meinem ersten Beispiel, bei einer Suche auf Deutsch und Englisch englischsprachige Suchbegriffe verwenden – bitte nicht nachmachen 😉 :

Screenshot für bilingual Brexit transition period auf Deutsch und Englisch. Zweisprachige Suche bei Google
Tja, auch deutsche Anbieter schreiben auf Englisch …

Wie Sie sehen können, sind auch die Texte aus deutschen Quellen auf Englisch geschrieben, denn „transition period“ ist nun mal ein englischer Begriff. Nur mit dem Begriff „Brexit“ oder „Übergangsphase“ statt „transition period“ sieht die Sache schon ganz anders aus:

Übrigens ist die Grundeinstellung bei der Sprachreihenfolge: English first. Kann man aber ändern.

Ein Test mit Deutsch und Französisch:

Screenshot 2lingual deutsch udn französisch zu Russlandfeldzug 1941
Deutsch und Französisch mit einem deutschen Thema

Mögen auch die ersten französischen Treffer in diesem Ausschnitt vor allem der Wikipedia entstammen oder Buchhinweise sein, geht es weiter unten in der Liste durchaus auch mit anderen Ergebnissen weiter. Wikipedia und Onlinebuchhandelsketten haben nun mal einen hohen Traffic und landen bei den Ergebnissen gern weit oben.

Automatische Übersetzung als Grundeinstellung

Wie Sie bei der Spalte für die französischen Treffer und schon oben bei der „Übergangsphase“ sehen können, existiert hier ein automatischer Übersetzungsdienst. Den man ausschalten kann. Das testen wir jetzt auch mal:

Screenshot 2lingual zweisprachige Suche ohne Übersetzungsdienst
Ohne automatsiche Übersetzung gesucht – oioioi

Die Trefferqualität lässt deutlich nach, ja, teilweise haben wir sogar deutschsprachige Treffer, obwohl französischsprachige gefragt waren. Mit anderen Worten: welche Suchbegriffe Sie verwenden, ist bei der Recherche in diesem Tool für zweisprachige Suche äußerst wichtig. (Ergänzung am 24.7.20: Und bedenken Sie die Schwächen automatisierter Übersetzungen dabei – Fachbegriffe, da kann es schwierig werden!)

Am besten geeignet ist es im Grunde, um Personennamen zu recherchieren; hier besteht ein nicht so großer Übersetzungsbedarf.

Befehle in der zweisprachigen Suche

Ich hab verschiedene Befehle getestet:

Den Befehl filetype: setzt dieses Tool einwandfrei um. Die Treffer auf der Seite für die französischsprachigen Ergebnisse von dem Anbieter jstor.org führen zu PDF-Dokumenten, die man aber nur eingeloggtem Zustand sehen kann.

Der Befehl site: funktioniert ebenfalls einwandfrei.

Nett wird es bei der Phrasensuche. Denn ist hier die automatische Übersetzung eingeschaltet und so wird auch der Satz in den  Anführungszeichen übersetzt. Das gilt auch für die Variante mit dem Asterisk.

Mit anderen Worten: Befehle gehen. Es ist halt eine googlebasierte Suche und da funktionieren halt sehr viele Befehle

Ich hoffe, Sie können die handschriftlich eingesetzte Ergänzung beim ersten Treffer der dritten Suche links oben lesen; es soll „Meeressäuger“ heißen. Das war im Original nicht mehr angezeigt.

Fazit

Mit der zweisprachigen Suche bei Google können bei geschicktem Einsatz von Suchbegriffen und Befehlen die Ergebnisse zu einem Themain zwei Sprachen auf einen Blick verglichen werden. Das hat schon was, wenn es darum geht, unterschiedliche Sichtweisen zu berücksichtigen. Doch hier gilt in besonderem Maße: Recherchestrategie first! Überlegen Sie vorher, welche Aufgaben dieses Tool vernünftigerweise lösen kann und wie Sie das am besten rauskitzeln.

Das ist der zweite Teil meiner kleinen Reihe zu Spezialangeboten von und mit Google.

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