ZB MED muss aus der Leibniz-Gemeinschaft ausscheiden

Am 24.6.2016 war die Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz  (GWK), in der über die Zukunft der ZB MED als „Leibinz-Informationszentrum  Lebenswissenschaften“ entschieden wurde. Nur knapp drei Jahre wird sich die ZB MED dann also als Leibniz-Informationszentrum gehalten haben – von 2014 bis Ende 2016:

Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften (ZB MED), Köln, erfüllt die Voraussetzungen für die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern nicht mehr. Daher scheidet die ZB MED mit Ablauf des Jahres 2016 aus der gemeinsamen Förderung aus. (PM der GWK vom 24.06.2016)

Daran hat auch die Aktion #keepzbmed mit ihrer Petition und den daraus resultierenden vielen Beiträgen in unterschiedlichen Medien nichts geändert.

Die Ergebnisseiten von LIVIVO, dem Katalog der ZB MED, bieten zahlreiche Filtermöglichkeiten, Zusatzmaterialien etc. - die Recherche ist leicht verständlich und der Zugang ebenfalls.
Die Ergebnisseiten von LIVIVO, dem Katalog der ZB MED, bieten zahlreiche Filtermöglichkeiten, Zusatzmaterialien etc. – die Recherche ist leicht verständlich und der Zugang ebenfalls.

 

Immerhin aber steht diese zentrale Einrichtung zur Vermittlung von medizinischer und anderer Fachliteratur aus unterschiedlichen Bereichen der „Lebenswissenschaften“ (Agrar, Umwelt, Ernährung) nicht vollständig vor dem Aus, wie es am Anfang mal schien. Das Land NRW und das Bundesgesundheitsministerium arbeiten gemeinsam an einer Lösung. Sinnvollerweise, denn innerhalb Deutschlands gibt es einen solchen Bestand an Literatur nicht noch mal. Und wenn auch alle immer auf die neuesten Publikationen schielen – der Altbestand ist so was von wertvoll für die Forschung! Beispiel aus meiner Erfahrung: enges Orchideenthema, alle berufen sich auf eine Publikation aus den 30ern, die erste zum Thema überhaupt. Also bekommt der Kunde die auch – und stellt fest, dass seit den 50ern keiner mehr reingeguckt hat, denn der Abschreibefehler aus dieser Nachkriegspublikation wurde munter immer weitergenutzt …

Das wirklich Blöde an dem Ganzen ist, dass die ganze Verunsicherung dazu geführt hat, bereits angelaufene Prozesse der Umstrukturierung (die ja von der Leibniz-Gemeinschaft gefordert wurden und die grundsätzlich sinnvoll sind) wie eine neue Leitung dadurch zu verschieben –  und die werden jetzt nach aller Erfahrung mit solchen Berufungsprozessen auch noch eine Weile auf sich warten lassen. Wenn es denn tatsächlich um den Wettbewerb in der Informationsverbreitung gehen soll (was ich nicht so sehe) hat die ZB MED auf diese Weise jetzt noch mal schlechtere Karten als im März auf diesem „Markt“.

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