Wikiquote für Zitate nutzen

Symbolbild Papierstapel zu Wikiquote
Wikiquote nutzt verlässliche Belege für seine Zitatesammlung

Wikipedia hat ja in Sachen Zuverlässigkeit keinen sooo tollen Ruf. Das färbt auch auf Wikiquote ab, eines der andere Produkte der Wikimedia Foundation. Dabei handelt es sich bei Wikiquote tatsächlich um eine gute Quelle mit ziemlich strengen Richtlinien. Das sieht man gleich, wenn man das Portal aufruft – in kurz gefasster Form finden Sie hier die Regeln.

Ein großer Vorteil: Es gibt bei den großen Namen auch Listen mit “zugesprochenen” oder “fälschlich zugesprochenen” Zitaten. Sie kennen das: Manches geflügelte Wort wird mal mit dem und mal mit einem anderen Namen verknüpft.

Wie arbeitet Wikiquote?

Auch wenn alle an Wikiquote mitarbeiten können – einfach so was reinschreiben, das geht nicht. Es gibt genaue Vorgaben dafür, wie Zitate belegt sein müssen:

  • bei gedruckten Büchern oder Artikeln müssen die bibliographischen Angaben vollständig sein, einschließlich der genutzten Auflage
  • die ISBN ist mit anzugeben
  • Namen von Übersetzerinnen und Übersetzern und deren Lebensdaten sind mit anzugeben – letzteres, weil auch Übersetzungen bis 70 Jahre nach deren Tod urheberrechtlich geschützt sind
  • Google-Books verlangen einen direkten Link auf die zitierte Stelle
  • Onlinequellen müssen ebenfalls direkt verlinkt sein. Zudem gibt es eine Liste von verlässlichen Onlinequellen, die bevorzugt werden sollten.

Übrigens: Bei unzuverlässigen Quellen zählt Wikiquote auch Wikipedia mit rein 😉

Wie sieht ein Zitat bei Wikiquote aus?

So:

“Es ist für eine Frau zwischen 14 und 44 Jahren auf dieser Welt wahrscheinlicher, dass sie durch ihre eigene Familie ermordet wird, als dass sie an Malaria, an Krebs, im Krieg oder bei einem Autounfall umkommt.” – Spiegel Online, 9. März 2006, spiegel.de

Quelle Wikiquote

Zitat von Ayaan Hirsi Ali bei Wikiquote
Bei Wikiquote selber sieht es so aus.

Der Kurzlink “spiegel.de” führt direkt zu dem Artikel, aus dem das Zitat von Ayaan Hirsi Ali stammt. Die Links zu einzelnen Begriffen (blaue Schrift) führen zu Sammlungen von Zitaten zu diesem Thema.

Fälschlich zugeschriebene Zitate richtig einzuordnen, das ist eine schwierige Aufgabe – so kann das Ergebnis aussehen

“Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir.” – Obwohl von Staatsministerin Monika Grütters als Beauftragter der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien seit 31. Dezember 2017 auf instagram als Zitat aus „Der kleine Prinz“ präsentiert, ist es dort nicht zu finden. Auf die Frage, welchem Kapitel und welcher Übersetzung das Zitat entnommen sei, wurde mitgeteilt, dazu nichts sagen zu können. Quelle Wikiquote

Dieses “Zitat findet sich in den verschiedensten Stellen im WWW – leider auch an solchen, die man als seriös einschätzt z. B. Geolino.

Bei meiner Durchsicht verschiedener Seiten in Wikiquote habe ich gesehen, wie sorgfältig die Regeln beachtet werden. Ich greife für Zitate inzwischen ungern auf “Sammlungen” zurück, sondern gehe zu Wikiquote und verifiziere dort mit Hilfe der Links die Zitate noch einmal. Es mag die Auswahl an gefälligen – hübsch zugespitzten oder glatt formulierten – Zitaten geringer sein; das nehme ich gern in Kauf, wenn ich weiß, dass diese Sätze tatsächlich gesagt oder geschrieben wurden und zwar von einer bestimmten Person.

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