Was hilft, Plagiate zu vermeiden?

Niemand will plagiieren – hoffe ich. Plagiate zu vermeiden ist also ein grundlegendes Anliegen bei jeder Art von wissenschaftlicher oder fachlicher Arbeit.

In meinem Beitrag zum „Mindset“ fürs wissenschaftliche Arbeiten habe ich auf die notwendige Sorgfalt bei der Recherche und beim Lesen und Bearbeiten schon hingewiesen.

Recherchephase

Bereits die Vorbereitung der Literaturrecherche kann dabei helfen, auch unbewusste Plagiate zu vermeiden. Also die Sachen nach dem Motto: Ich hab da was gelesen und vergessen, dass ich das gelesen habe oder wo – vielleicht kennen Sie das.

Mit Hilfe der Suchbegriffstabelle und der Recherchedokumentation kann ich gegebenenfalls ältere Recherchen und Lektüren nachvollziehen und so überprüfen, ob das, was ich für eigene Gedanken halte, nicht doch andere Quellen als meinen Kopf hat. Deshalb ist Sorgfalt in diesen Phasen wichtig. Und die Bereitschaft, immer noch mal einen Kontrollgang einzuschieben. Gerade die Orientierungsphase in einem neuen Thema kann da gefährlich sein, weil manches beim Überfliegen von Papieren und Abstracts, die nachher nicht in die Arbeit einfließen, dann doch hängengeblieben ist und als „eigenes“ durch den Kopf spaziert. Deshalb: Auch Texte, die „eigentlich“ nicht verwendet werden, sollten, wenn Sie sie gelesen haben, auf Ihrer Liste stehen!

Welche technischen Methoden gibt es, um Plagiate zu verhindern?

Wenn ich mich jetzt nicht in sentimentalen Erinnerungen an Collegeblöcke voller Exzerpte verlieren will – immer nur die rechte Seite beschrieben, auf der linken dann die Seitenangaben und meine Kommentare -, muss, nein darf ich auf Literaturverwaltungssoftware zu sprechen kommen.

Literaturverwaltungssoftware hilft Plagiate zu vermeiden – und wie!

Aus eigener Anschauung kenne ich vor allem Citavi – einfach weil ich damit auch recherchieren kann! Aber auch Zotero, Mendeley oder EndNote bieten ähnliche Tools. Zotero ist kostenlos, die anderen Angebote – einschließlich Citavi – sind kostenpflichtig; manche Unis bieten Campuslizenzen an.

Das Prinzip ist vergleichbar:

Habe ich Literatur zu meinem Thema gefunden, kann ich sie in die Software eingeben; mit Hilfe der voreingestellten Zitierstile kann den für meine Arbeit passenden nehmen; es gibt kein Problem mehr mit formal falschen Angaben im Literaturverzeichnis oder bei der Einbindung von Zitaten. So weit, so klar.

Doch die Software bietet für digital affine Menschen noch mehr – nämlich den Ersatz für meine Collegeblöcke:

Die Möglichkeit, Notizen zu machen und mit Textpassagen zu verknüpfen, wenn der Volltext vorliegt. Das gilt für eigene Gedanken dazu, das gilt aber auch für direkte und indirekte Zitate. Hier ein paar Beispiele aus Citavi:

        Sie können Text als direktes Zitat markieren
·        Sie können Text als indirektes Zitat markieren – dann sollten Sie Ihre Paraphrase in den Textkasten tippen
·        Sie können Text für einen Kommentar markieren – dann sollten Sie Ihre Meinung/Ihren Kommentar in den Textkasten tippen

Sie sehen in diesen Bildausschnitten immer den Kasten mit der Verwendungsmöglichkeit über dem in Citavi angezeigten Text; hier handelt es sich um ein online als html-Text lesbaren Beitrag. Citavi zeigt aber natürlich auch PDF-oder Textverarbeitungs-Dokumente an.

Die Verknüpfung zwischen der Literaturverwaltungssoftware und Ihrem Textverarbeitungsprogramm – ist in der Regel möglich – sorgt dafür, dass Sie diese Inhalte verlustfrei in Ihre Arbeit übernehmen können.

Zugegeben, das ist kein Angebot für Papierarbeiter_innen, wie ich – immer noch – eine bin. Aber da seit meiner Abschlussarbeit ein paar Dekaden vergangen sind, ist der Umgang mit digitalen Hilfsmitteln, das Lesen von PDF usw. inzwischen der Normalfall. Und dann helfen diese Tools sehr dabei, Plagiate zu vermeiden.

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