Warum ich blogge und in meinem Blog Wissen teile

Manchmal kommen ja Fragen aus unerwarteter Richtung – hier die, warum ich blogge: Letztens kann ich mit einer Freundin ins Gespräch, die im Laufe des Gesprächs einiges von mir wissen wollte. Sie selbst arbeitet seit langem als Erzieherin, nimmt aber an meinem beruflichen Tun lebhaften Anteil. Einiges daran ist ihr aber unverständlich – ich habe versucht, die Nebel zu lichten. Ich werde versuchen, dieses Gespräch nachzuzeichnen; es war in der Realität etwas mäandernder als ich es jetzt hier festhalte, aber die Hauptlinien stimmen

Warum blogge ich?

Freundin: Sag mal, warum machst du dir eigentlich die viele Arbeit mit der Bloggerei? Du sitzt doch ewig an einem einzelnen Beitrag. Schon allein die vielen Screenshots, um zu zeigen, wie dieses eine Dings denn nun funktioniert, die brauchen doch unendlich Zeit.

Ich: Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen hilft mir mein Blog zu Sichtbarkeit. Vor allem, weil ich es schon so lange betreibe. Da zahlt sich Kontinuität aus.

Außerdem: Ich habe dann Material, das ich in meinen Social-Media-Kanälen, z. B. bei Twitter verbreiten kann – und das ist ebenfalls gut für meine Sichtbarkeit. Und die Sichtbarkeit bringt Kund_innen!

Freundin: Ja, aber, du gibst da doch so viel Wissen preis. Wenn du ständig Tipps raushaust, brauchen dich die Leute denn dann überhaupt noch? Als Dienstleisterin oder Seminartante?

Wem bringt mein Blog was?

Ich: Oh ja! Letzten Endes kannst du dir natürlich als Leserin meines Blogs alle möglichen Tipps herausziehen und versuchen, deine Recherchen selbst zu machen. Das machen sicherlich auch viele, doch dabei handelt es sich um einzelne Tipps, um kleine Hinweise, um besondere Tools und Suchorte. Was alle, die hier mitlesen, nicht haben, ist das, was mich ausmacht. Überleg doch mal, wie lange ich das hier schon mache. 26 Jahre sind eine verdammt lange Zeit, da hat sich nicht nur Wissen einfach so angesammelt, sondern die Einzelteile sind untereinander verbunden.

Also, was mich dabei ausmacht und was über die einzelnen Tipps hinausgeht, das ist mein gesammeltes Wissen verbunden mit meiner Erfahrung. Über den Einsatz einzelner Suchinstrumente muss ich gar nicht mehr nachdenken; ich weiß gegebenenfalls auch genau, welche miteinander kombinierbar sind und welche nicht. Wer hier Tipps mitliest, bekommt für eine spezielle Frage eine Lösung, aber damit haben die Leute noch lange nicht meine Erfahrung und mein verknüpftes Wissen auf den verschiedenen Ebenen, die für Recherchen nötig sind.

Freundin: O. K., das siehst du jetzt so – aber sehen deine Leser_innen das auch so?

Frau in petrolfarbenem Shirt vor Whiteboard mit der Aufschrift "UNd wissen Sie was? Recherche kann richtig Spaß machen"
Eine Aussage, der nicht alle meiner Leser_innen zustimmen – für mich stimmt’s.

Ich: Vielleicht nicht 😉 – aber wenn sie wirklich an komplexen Recherchen sitzen, werden sie es merken. Dann suchen sie sich den nächsten Tipp raus und versuchen, die Informationen miteinander zu verknüpfen. Das funktioniert sicher auch ganz gut. Sonst könnte ich mich ja vor lauter Anfragen gar nicht retten. Es ist aber eine zeitaufwendige Methode, das kannst du dir vorstellen. Und wenn sie dann merken, dass es sie zu viel Zeit kostet, fällt ihnen vielleicht ein und auf, dass ich ihnen helfen könnte – von mir haben sie ja die Tipps, meinen Namen kennen sie dann schon.

Freundin: Gut, da ist was dran. Aber trotzdem finde ich, dass du sehr großzügig dein Wissen teilst … Ich frag mich halt doch, ob du dir damit nicht eher selber schadest.

Ich: Wie lieb von dir. Aber nein, ich schade mir nicht selber. Ein Gegenbeispiel: Stell dir doch mal vor, ich käme in deine Kita und wollte dort mitarbeiten. Du sagst mir, worauf ich achten soll, gibst mir alle möglichen Tipps, damit ich nachher bei der Dokumentation über einzelne Kinder auch wirklich sinnvolle Aussagen machen kann. Ich weiß ja, dass das bei euch ein wichtiger Teil der Arbeit ist – die Entwicklung der Kinder zu dokumentieren. Kannst du dir vorstellen, dass dabei etwas Gescheites herauskommt? Also, ich kann es nicht. Um mitzubekommen, welche Entwicklung sich da gerade im Spiel ausdrückt – ich sag das jetzt mal ganz laienhaft –, braucht es eben genau die Erfahrung, die du hast als Erzieherin, die nicht nur das theoretische Handwerkszeug beherrscht, sondern eben auch viele verschiedene Kinder und ihre Entwicklung beobachtet hat. Da kannst du mir noch so viele wichtige Informationen und Tipps vorher geben.

Freundin: Stimmt! Wenn ich mir vorstelle, wie du in einer Kita-Gruppe hockst und versuchst, das Geschehen systematisch zu erfassen – nee, das geht gar nicht!

Bloggen – Teil einer Community sein

Ich: Außerdem kommt für mich ja noch etwas anderes hinzu; ich hatte schon mal erzählt, dass sich zum Beispiel bei den Suchmaschinen ständig etwas ändert. Naja, um dabei dann aktuell sein zu können, muss ich die ganze Zeit am Ball bleiben. Und das Bloggen hilft mir dabei. Wenn ich eine Suchmaschine oder einen Katalog vorstelle, wenn ich die Möglichkeiten eines Befehls auslote, dann bleibe ich up to date, das nützt mir für meine eigene Arbeit und die Leser_innen meines Blogs haben auch was davon. Müsste ich das alles nur im stillen Kämmerlein so vor mich hin machen, hätte ich weniger Spaß an der Sache. Und dann besteht die Gefahr, dass ich eben nicht aktuell bleibe, dass mein Wissen veraltet. Da hilft mir dann auch meine ganze Erfahrung nicht mehr viel weiter.

Außerdem ist es ja eine Grundidee im WWW, dass man Wissen oder Witze, Bilder, Blogbeiträge und gute Musik miteinander teilt. Also, das war zumindest mal die Grundidee und ich halte sie immer noch für eine gute Idee. Ich habe selber so viel vom Wissen anderer profitiert, dass ich gern dazu beitrage. So verbreite ich auf Social Media eben nicht nur meine eigenen Beiträge, sondern weise auch auf hilfreiche Blogbeiträge, Videos und anderes von Menschen, denen ich meinerseits folge. Auf diese Weise wird mein Social-Media-Profil glaubwürdiger, als es wäre, wenn ich nur meinen eigenen Kram raushauen würde. Für mich ist es in zweierlei Hinsicht wichtig: zum einen eben wegen meiner eigenen Glaubwürdigkeit, klar, das ist ganz wichtig für meinen geschäftlichen Auftritt im WWW. Zum anderen aber auch wegen der Vernetzung mit Leuten, die was Ähnliches machen, die Sachen machen, die mein Angebot ergänzen oder die ich einfach faszinierend oder nett oder lustig finde.

Noch was: Wichtig ist mir dabei, dass ich in erster Linie mein eigenes Blog befülle und nicht alles über Social Media mache, denn die sind Privatunternehmen und wenn die mal untergehen, weiß ich nicht, was mit meinen Inhalten passiert. Damit schließt sich der Kreis zum Anfang: Ich blogge jetzt seit vielen Jahren und bin damit eine gut eingeführte „Persönlichkeit“ im WWW.

Freundin: Gut, auf diese Weise bin ich ja nun nicht im WWW unterwegs … Aber wenn ich so nachdenke, doch ja, von einigem, auch von Kolleg_innen, habe ich bereits profitiert, Spielideen zum Beispiel. Na gut, dann mach mal so weiter!

Ich *knicks*

Übrigens war für meine Bloggerei, das sei hier noch einmal außerhalb des Gesprächs angemerkt, ein Buch von Kerstin Hoffmann sehr wichtig, in dem sie das Teilen von Wissen als Teil des eigenen Auftritts für Solo-Selbständige stark befürwortete. Die Kurzform: „Teile, was du weißt und verkaufe, was du kannst.“

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