Spezialbibliotheken – heute: Musikbibliotheken

Heute ist Welttag der Musik – Yehudi Menuhin, damals Präsident des Internationalen Musikrats, hat ihn 1975 ins Leben gerufen. Ziel ist es, Musik allen Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, den internationalen musikalischen Austausch und somit den gegenseitigen Respekt vor unterschiedlichen Traditionen zu fördern. Meine Reihe zu Spezialbibliotheken widmet sich deshalb heute Bibliotheken, die Musik in Form von Noten, Fachliteratur und anderen Quellen bereitstellen.

Neben Fachliteratur halten Musikbibliotheken auch alte Dokumente vor, wie dieses Messbuch. Photo: Dieter Schütz / pixelio.de
Neben Fachliteratur halten Musikbibliotheken auch alte Dokumente vor, wie dieses Messbuch. Photo: Dieter Schütz / pixelio.de

MIZ

MIZ heißt „Musikinformationszentrum“ – ein sperriges Wort – der Ort, an dem der deutsche Musikrat alle seine Förderaufgaben bündelt. Es hat seinen Sitz in Bonn. Dazu gehört auch eine Bibliothek. Die Bibliothek umfasst rd. 7.000 Medien und 170 überregionale Fachzeitschriften aus den Bereichen Musikausbildung genauso wie Musik in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Es ist ein Präsenzbibliothek, genauer gesagt die Arbeitsbibliothek des MIZ. Wie mir Margot Wallscheid in einem Telefongespräch sagte, wurde der Katalog, der noch bis Mitte September online war, aus dem Netz genommen, da für seine Pflege keine Ressourcen zur Verfügung stehen. Aber das MIZ bietet etwas anderes an:

Eine Übersicht über Musikbibliotheken in Deutschland.

Und was für eine.

Unter dem Navigationspunkt „Institutionen“ finden Sie den Eintrag „Forschung und Dokumentation“ und hier wiederum die Bibliotheken, sortiert nach wissenschaftlichen und öffentlichen Einrichtungen.  Und so sieht das für die wissenschaftlichen Musikbibliotheken dann aus:

Da es so viele Musikbibliotheken in Deutschland - hier sind über 200 verzeichnet - gibt, können Sie in der Spalte rechts eine Themenauswahl festlegen.
Da es so viele Musikbibliotheken in Deutschland – hier sind über 200 verzeichnet – gibt, können Sie in der Spalte rechts eine Themenauswahl festlegen.

Wie mir Margot Wallscheid sagte, werden diese Listen – wissenschaftliche wie öffentliche Bibliotheken gleichermaßen betreffend – rund alle zwei Jahre aktualisiert; von den Bibliotheken selbst. Das heißt, da hat man wirklich den aktuellen Stand.

Die Suche „alte Musik“ ergab eine Liste von 26 Bibliotheken:

Bach, Schütz und Mittelalter - die Themenpalette für Bibliotheken, die sich auf "alte Musik" spezialiseirt haben, ist breit.
Bach, Schütz, Telemann und Mittelalter – die Themenpalette für Bibliotheken, die sich auf „alte Musik“ spezialisiert haben, ist breit.

Am liebsten würde ich anfangen, in allen Katalogen zu stöbern. Das geht aber nicht. Deshalb werde ich Ihnen nur einen Katalog zu alter Musik vorstellen.

Der Würfel fiel auf Telemann.

 

 

 

 

 

 

 

Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg

Der Katalog bietet einfache und erweiterte Suche auf einer Seite – nette Ansprache inkusive:

Die ausführliche Anleitung für die Recherche im OPAC findet sich am Ende der Seite.
Die ausführliche Anleitung für die Recherche im OPAC findet sich am Ende der Seite.

 

Als Ergebnis erhalten Sie eine Titelliste. Ein Klick auf die Nummer des interessanten Titel öffnet ein neues Fenster mit allen Angaben:

Neben den "normalen" bibliographischen Angaben und der Signatur gibt es weiterführende Links - und wieder mal eine sehr freundliche Ansprache in vollständigem Satz.
Neben den „normalen“ bibliographischen Angaben und der Signatur gibt es weiterführende Links – und wieder mal eine sehr freundliche Ansprache in vollständigem Satz.

Sophie-Drinker-Institut

Hier geht es um „musikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung“. Der Bestand der Institutsbibliothek gehört zur UB Oldenburg – bei der Katalogrecherche erkennt man die Titel am Zusatz „BIS / ­Standort 215“ (= Sonder­­standort / ­Sophie Drinker Institut Bremen).

So sieht der erste Schritt bei den Ergebnissen aus:

Filtermöglichkeiten wählen oder einzelen Titel anklicken - der Katalog in Oldenburg bietet beides an.
Filtermöglichkeiten wählen oder einzelne Titel anklicken – der Katalog in Oldenburg bietet beides an.

Es gibt aber noch einen anderen Katalog – die Aufsatzsammlung. Die Aufsätze können nur in der Institutsbibliothek eingesehen werden.

Beispiel für eine Aufsatzrecherche beim Sopphie.Drinker-Institut. Da die Aufsätze vor Ort eignesehenw erden, fehlt hier eine Signaturangabe.
Beispiel für eine Aufsatzrecherche beim Sophie-Drinker-Institut. Da die Aufsätze vor Ort eignesehen werden, fehlt hier eine Signaturangabe.

Sie sehen, für Musikinteressierte gibt es eine Menge zu entdecken. Und Margot Wallscheid vom MIZ hat mir noch die Links zu zwei interessanten PDF-Dokumenten geschickt, die dabei hilfreich sind:

Einen Aufsatz von Joachim Jaenecke zur Musikinformation und -dokumentation finden Sie hier.

Hinweise zu effizienter Musikrecherche von Susanne Hein finden Sie hier.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass Menschen, die in Bibliotheken arbeiten, gerne Fragen beantworten? Das war mal wieder so ein Beispiel!

Einnen schönen Tag voll Musik wünsche ich Ihnen – vielleicht auch mal mit welcher, die Sie sonst nicht hören; es ist ja schließlich Welttag der Musik.

 

Das E-Book zur Reihe: Spezialbibliotheken. Eine Vorstellungsreihe

So sieht das Cover aus - das Bild dazu stammt aus der Public Library in Mystic, USA

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