Operator AROUND – was er kann und was eher nicht

Neben den Boole’schen Operatoren AND, Not und OR gibt es noch weitere, die auf der Bekannheitsskala weiter unten rangieren – der Operator AROUND gehört dazu. NEAR auch; dazu gleich mehr.

Für Martina Blochs Akquiseblog habe ich einen Beitrag über die Boole‘schen Operatoren geschrieben und gezielt auch AROUND erwähnt, denn Marina Bloch bat mich darum. Hier will ich mich dem Thema dann mal ausführlich widmen.

Was kann AROUND?

Dieser spezielle Operator wird so genutzt:

  • Suchbegriff A AROUND(Zahl) Suchbegriff B
    • also z. B.: Flüsterasphalt AROUND(5) Aquaplaning

Und das heißt, dass die beiden Suchbegriffe mit einem Abstand von maximal so vielen Wörtern im Zieldokument vorkommen sollen, wie die Zahl angibt.

Wann ist der Operator AROUND sinnvoll?

Jedenfalls nicht, um eine Firma und ein Produkt aus demselben Haus gemeinsam zu suchen … (die Beispiele habe ich in Ratgeberartikeln zum Thema zu oft gesehen, um darüber schweigend hinwegzugehen …).

Warum?

Na, die Begriffe stehen meist sowieso in enger Nachbarschaft.

Spannend wird es, wenn Sie Begriffe miteinander suchen, die nicht schon immer gemeinsam gedacht werden. Flüsterasphalt z. B. wird eher für Autobahnen verwendet – da reicht also die Zusammenstellung der beiden Suchbegriffe. Der Effekt, gegen Aquaplaning zu schützen, ist nicht (mehr) so bekannt, deshalb kann AROUND hier was bringen.

Screenshot, nur Text, in dem Flüsterasphalt auch als Drain asphalt bezeichnet wird, weil er Aquaplaning verhindert
Einer der ersten drei Treffer brachte diese Information

Der größte Haken bei AROUND

Aber: AROUND ist kein zuverlässiger Operator; jedenfalls wesentlich unzuverlässiger als das Minuszeichen, z. B. So kann es vorkommen, dass aufgrund der wesentlich häufiger geklickten Seiten zu einem der beiden Suchbegriffe auch Treffer aufgelistet werden, die gar keine sind …

So sieht das zumindest aus.

Der Autor dieses Beitrags hat sich weiter vertieft und festgestellt: Google nutzt auch den Quellcode, also den Teil einer Seite, den wir in der Regel gar nicht sehen.

Das mag jetzt für die Suchmaschine und deren Programmierer großartig sein – wenn ich bestimmte Sachen im Text haben will, nützt mir die Erfüllung meiner Bedingungen im Quellcode eher wenig.

Sie können versuchen, die Suchbegriffe mit Hilfe der Anführungszeichen zu erzwingen – dann kann es aber sein, dass der Effekt von AROUND verschwindet.

Einen Vorteil hat die Suche mit dem Operator AROUND auf jeden Fall: Die Anzahl der Treffer wird kleiner!

Ob Sie den Operator anwenden und testen wollen, hängt sicher von dem sonstigen Nähegrad Ihrer Suchbegriffe ab. Einen Test ist es sicher wert. Sie sollten die Zahl – an Ihr Suchziel angepasst – für den möglichen Abstand aber nicht zu groß wählen. Nach meinen Test ist 5 das Maximum; danach wird es gern beliebig.

Ach ja – NEAR!

Der Autor des Artikels, der das mit dem Quellcode rausgefunden hat, stellt NEAR als die Version von AROUND vor, die bei Bing funktioniert, während AROUND bei Google einsetzbar sei.

Die Schreibweise aus dem Artikel „NEAR:n“ bringt leider keine Ergebnisse, während „NEAR(n)“ zumindest einige Treffer aufweist, die diese Bedingung erfüllen. Die Begründung wird wie bei Google eine Frage des Algorithmus sein, nach dem häufiger geklickte Treffer relevanter sind, auch wenn sie nicht alle Vorgaben erfüllen.

Die Großschreibung

Wenn Sie mit AROUND(n) bei Google und vielleicht auch NEAR(n) bei Bing experimentieren wollen, denken Sie bitte daran, die Operatoren in Großbuchstaben zu schreiben – sonst behandeln die Suchmaschinen sie wie Suchbegriffe.

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