„Lesen -Sprechen-Digitale Medien“ – das Motto des Fachtags von DoNeM

„DoNeM“ steht für Dortmunder Netzwerk für Medienkompetenz – ein mir sehr sympathischer Name ? Dieses Netzwerk bot letzte Woche einen Fachtag unter dem oben zitierten Titel an. In der Broschüre zum Fachtag schreiben die Macher*innen:

DoNeM möchte auf die Zusammenhänge der Kom­petenzbereiche aufmerksam machen, sich den Herausforderungen der Lese-, Sprach- und Medienkompetenz nähern und über Chancen für ein gutes Aufwachsen mit Medien in den Austausch kommen.

Broschüre

Das Programm umfasste neben zwei Vorträgen vor allem Workshop-Angebote. Der erste inhaltliche Input war – nach den Grußworten – ein Vortrag.

Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke von der TU Dortmund sprach über „Der Zusammenhang von Sprach-, Lese- und Medienkompetenz“. Im Grunde ist es ganz simpel: Wer einem anderen einen Weg beschreiben kann oder erklären, wie man Königsberger Klopse kocht, kann auch programmieren. Denn letztlich ist es nichts anderes. Und das können, wie sie mit dem Königsberger-Klopse-Beispiel belegte, schon Kinder im Kita-Alter. Spannend fand ich ein Projekt von dem sie erzählte: Zur Lektüre von „Der Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt gab es die Aufgabe, die Orte im Text in Minecraft nachzubauen. Motto: Egal, warum die Kids den Text lesen, Hauptsache sie lesen ihn erst mal. Dann kann man weitersehen. Das sind jetzt sehr knapp die Highlights, die ich mir gemerkt habe. Insgesamt war es ein wesentlich komplexerer Vortrag, mit Elan und Begeisterung vorgetragen – er hat mir sehr gut gefallen.

Meine Workshops beim Fachtag von DoNeM

Die beiden Workshops, die ich bei Matthias Felling von Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW mitmachte, behandelten in erster Linie Kommunikation:

„Respektvoll miteinander – online und offline“

Hier ging es um präventive Arbeit in Grundschule und Sekundarstufe I  – gegen Cybermobbing. Ein Projekt, das er vorstellte, hat einen irreführenden Namen: Die beteiligten Schüler*innen heißen „Cybermobbingbeauftragte“ … Das Prinzip an der Realschule im Münsterland ist aber gut: Die Kinder und Jugendlichen lernen Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehören eine gute Vorbereitung und ein entsprechendes gutes Schulklima. Die leitende Frage bei aller Prävention sollte immer sein: Wie wollen wir miteinander leben und arbeiten?

Matthias Felling machte mit uns dann ein paar Spiele, die auch mit den Kindern durchgeführt werden können.

Ein Klatschreim für Kinder zu Medienkompetenz am Fachtag von DoNeM
Das Ziel – alle Kinder kennen diesen Reim und spielen ihn gern – Copyright:AJS NRW e. V.

Zu bestimmten Fragen rund ums Posten in sozialen Medien sollten wir uns z. B. entsprechend der Antwort „Das ist okay“ oder „Das ist nicht okay“ im Raum positionieren und das dann – in Stichproben – erläutern. Dabei wird in Gruppen deutlich, dass es zu einem Phänomen mehrere mögliche Antworten und Eisntellungen geben kann und auch unterschiedliche Begründungen dafür.

„Über Medien reden – Medienerziehung in der Familie“

Nach einer Fragebogenaktion zum Aufakt – „Sammele Unterschriften von Leuten, die – einen eigenen Youtube-Kanal haben, gern Minecraft spielen usw.“ – ging es u. a. darum, wie in Familien mit digitalen Medien ungegangen werden kann – sehr unterschiedlich. Es gibt trotzdem ein paar erprobte Angaben dazu, wieviel Zeit ein Kind am Bildschirm verbringen kann, z. B. bei klicksafe. Eine Möglichkeit ist es, die Bildschirm-Zeit ab einem gewissen Alter nicht pro Tag, sondern pro Woche „abzurechnen“.

Am Ende stellte Matthias Felling dann noch mal den Eltern-Talk vor – da hat sich seit letztem Jahr echt was getan.

Weitere Angebote beim Fachtag von DoNeM

Der Leiter der Stadtbibliothek Dortmund Dr. Johannes Borbach-Jaene stellte in seinem Vortrag Angebote in der Bibliothek vor – einer der Workshops am Nachmittag bestand dann auch in einem Besuch dort mit der Möglichkeit, mit Minecraft zu experimentieren.

Rund um die Agora des Dietrich-Keuning-Hauses gab es dann den Markt der Möglichkeiten.

Sounds of Change - Projekt des LWL auf dem Fachtag von DoNeM
So sieht die Seite von Sounds of Change aus – ich konnte da direkt was anhören

Da habe ich die EduGEN GmbH* mit dem Projekt „Die Digitale Schule“ kennenglernt und mich mit den Machern von „sounds of Change“ unterhalten – ein tolles Projekt: eine Datenbank mit in Vergessenheit geratenden Geräuschen, z. B. dem des Trabbis … Ein Europa-Projekt.

Ansonsten war Austausch angesagt. Ich habe unter anderem mit einem jungen Lehrer gesprochen, der Sport unterrichtet und bspw. auch erwägt, die Tänze aus Fortnite dafür zu nutzen.

*Da ich auf EduGEN verlinke, muss ich das hier als Werbung markieren, auch wenn in keine Richtung irgendwelches Geld oder irgendein Vortreil dafür fließt.

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