Google Trends – worüber spricht das WWW?

So ähnlich würde Google Trends wohl seine Mission beschreiben. Doch was ist da dran?

Was ist Google Trends?

Sie können damit (Such)Begriffe im WWW vergleichen. Es geht darum, wie oft sie in einem vorgegebenen Zeitraum erwähnt wurden. So was kann aus verschiedenen Gründen spannend und sinnvoll sein:

  • Sie wollen wissen, welche Version eines Begriffs „gängiger“ ist, also häufiger genutzt wird. Das kann für Ihre eigene Positionierung oder für Ihre Recherche hilfreich sein.
  • Sie wollen wissen, zu welchen Zeiten ein Thema oder ein Begriff besonders häufig genutzt wurde. So können  Sie Entwicklungen in der (internet)öffentlichen Diskussion nachvollziehen.
  • Sie wollen wissen, ab wann ein Begriff überhaupt genutzt wurde. Das klassische Beispiel ist „Fake News“ – ein Ausdruck, der vor Trump so gut wie nicht genutzt wurde.

Und wie geht das nun?

Auf der Seite von Google Trends bekommen Sie erst mal ein paar populäre Themen vorgeschlagen – diese Beispiele zeigen Ihnen dann schon mal unkommentiert die Möglichkeiten des Tools. Da Google/Alphabet ein amerikanisches Unternehmen ist, ist die Region (Aug 2020) v. a. „Vereinigte Staaten“. Noch weiter unten gibt es „Aktuell im Trend“ und Jahresrückblicke – nett zum Stöbern.

Aber Sie tippen jetzt Ihren Begriff in die Suchzeile – und können gleich die erste Entscheidung treffen: Ist es ein Suchbegriff oder ein Thema?

  • Suchbegriff = ist auf die benutzte Sprache beschränkt und berücksichtigt auch zusammengesetzte Begriffe, in denen das Wort vorkommt
  • Thema = berücksichtigt Umschreibungen und andere Sprachen (Beispiel „London“ – da kommt auch „Hauptstadt von Großbritannien“ oder „Londres“ vor (Quelle: Trends Help)

Ich habe für den Test hier „Suchbegriff“ gewählt (Fake News wird ja in verschiedenen Ländern genau so benutzt …)

Als erstes bekomme ich Ergebnisse für Deutschland angezeigt und zwar für den Zeitraum von 12 Monaten.

Screenshot Google trends zu Fake News - erste Grafik
So sieht das nach der ersten Eingabe aus

Anhand verschiedener Drop-Down-Menus kann ich das nun ändern:

  • Ich kann ein anderes Land wählen.
  • Ich kann einen anderen Zeitraum festlegen – sogar einen bereits abgeschlossenen.
  • Ich kann aus verschiedenen Kategorien wählen – handelt es sich um was Finanzielles oder um Sport?
  • Und ich kann neben dem WWW einen Teilbereich wählen – News oder Youtube oder Bilder.

Wenn Sie nun zwei – oder mehr – Begriffe vergleichen wollen, können Sie nun unter „+ Vergleichen“ die weiteren einfügen.

Ähnlich wie Sie es von der Google-Suche kennen, werden Ihnen beim Eintippen Vorschläge gemacht – bei meiner Anfrage „Wahlkampf“ war das z. B. was zur russischen Einflussnahme auf den amerikanischen Wahlkampf 2016 – als Thema.

Ich habe mal ein bisschen rumgespielt: Ich wollte die letzten 90 Tage und zwar Nachrichten. Das Muster ist nett 😉

Ganz klar: Wahlkampf war nicht so der Burner in den vorgegebenen 90 Tagen

Gibt es sonst noch was?

Ja, Google Trends liefert zusätzliche Informationen, wenn man runterscrollt.

Sie können sehen, in welchen Regionen des ausgewählten Landes welcher Begriff häufiger genutzt wurde. Sie können hier auch nach beiden Begriffen sortieren:

Mit meinen 90 Tagen und der News-Suche habe ich für manche Option nicht genug Daten produziert; deshalb habe ich die News-Suche mal rausgenommen. Und dann erschien neben der Landkarte Deutschlands mit unterschiedlichen Farbstufen für die beiden Begriffe auch noch ein Kasten mit „Ähnliche Suchanfragen“.

Das kann spannend sein.

Sie haben die Möglichkeit, die einzelnen Ergebnisse Ihrer Trendanfrage in sozialen Medien zu teilen oder in einer anderen Website einzubetten – die beiden Buttons finden Sie neben dem für den Download bei jeder Grafik oben rechts.

Was sind die Haken bei Google Trends?

De größte: Sie haben – naturgemäß – keine absoluten Zahlen. Der höchste Wert wird auf 100 gesetzt und alle anderen ordnen sich prozentual darunter ein.

Wenn ich das anklicke – bekomme ich nur die 100 angezeigt – wie viele Treffer Google am 21.6.2020 tatsächlich zu „Wahlkampf“ gefunden hat, geht daraus nicht hervor.

Die Basis für die wie auch immer gearteten Zahlen, ist das, was die Suchmaschine Google sehen kann. Das ist zugegebenermaßen sehr viel. Aber es ist eben nicht alles. Sie sollen also diese Grafiken immer nur als das ansehen, was auch im Namen steht: als Trend.

Wen man größerer Zeiträume als drei Monate nimmt, erscheint manchmal der Hinweis „Hinweis“. Den können Sie anklicken:

Also müssen Sie bei mehrjährigen Zeiträumen noch mal besonders skeptisch sein.

Der Beitrag gehört in meine kleine Reihe rund um Angebote aus dem Haus Google:

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