Google Scholar besser als Pubmed?

Zu Google Scholar habe ich mich ja im letzten Jahr wiederholt geäußert: hier, hier und hier. Tenor aller drei Beiträge war: Google Scholar ist hilfreich aber nicht der Wissenschaft letzter Schluss.

Mediziner wollten es nun aber genau wissen. Das “Deutsche Ärzteblatt” berichtete im Dezember von einer Vergleichsstudie: Zu festgelegten Fragestellungen wurden beide Medien befragt – Pubmed und Google Scholar.

Ergebnis: Die von Google Scholar gefundenen Titel

  • wurden häufiger zitiert
  • hatten einen höheren Jounal-Impact-Faktor
  • waren mehr
  • schienen beim ersten Anschauen eine höhere Relevanz aufzuweisen (das wird tatsächlich so vorsichtig formuliert!)
  • wurden aus einer größeren Zeitschriftenvielfalt gewonnen.

Leider ist der Artikel, den das Deutsche Ärztblatt hier zitiert, nicht frei zugänglich, aber Pubmed hält alle relevanten Informationen dazu bereit: “Medical literature searches: a comparision of Pubmed and Google Scholar.”

Einen solchen Vegleich gab es – ebenfalls zu einem beschränkten medizinischen Thema – bereits 2010. Dieser Artikel “Comparison of PubMed and Google Scholar literature searches.” ist im Netz frei verfügbar. Diese Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass die Pubmed-Ergebnisse zutreffender für die Fragestellung waren als die von Google Scholar. Nun liegen zwei Jahre zwischen den beiden Untersuchungen und im Internet sind das Ewigkeiten. Google Scholar wird als würdiges Glied der Google-Familie immer mehr Daten sammeln und sortieren und sich dabei immer weiter entwickeln. Das geht bei einem solchen Unternehmen sicher fixer als bei Pubmed …

Ich werde das Thema weiter verfolgen – auch und gerade in anderen Fächern. Vielleicht mache ich auch mal einen kleinen Vergleich mit einem Thema, in dem ich mich gut auskenne.

Mein heutiges Resümée lautet: In medizinischen Themenbereichen kann Google Scholar die Suche in Pubmed sinnvoll ergänzen. Besonders das Argument, dass auch andere Quellen als Medline herangezogen werden, leuchtet mir hier ein. Ansonsten vertrete ich aber nach wie vor die Auffassung, dass fachspezifische Datenquellen zur fundierten Literaturrecherche unerlässlich sind.

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