Wer braucht welche Recherche? Privatperson sucht

Malernamen.

Da hängt so ein Erbstück im Wohnzimmer rum. Man kennt es schon seit Kindertagen. Aber wer hat denn den Großvater oder die Großtante, die Landschaft oder das Gebäude nun gemalt? Die Kennzeichnung war etwas undeutlich. Eine verzierte Signatur?

Solche Fragen lassen sich heuzutage mit Seiten wie Kunst und Kultur oder einer Anfrage bei Kunstdaten.com   bis zu einem gewissen Grade beantworten. Wo das nicht weiterhilft, ist der Gang in eine kunsthistorische Bibliothek wie z. B. die Museumsbibliothek in Köln oder das kunsthistorische Seminar an der Uni oder was immer es vor Ort gibt, angesagt, denn dort gibt es dicke Bände mit Abbildungen von Stemplen, Monogrammen, Signaturen usw.:

Ein Beispiel für so eine Sammlung von Signaturen & Co aus der Kölner Kunst- und Museumsbibliothek.
Rot unterstrichen: ein Beispiel für so eine Sammlung von Signaturen & Co aus der Kölner Kunst- und Museumsbibliothek.

Es kann etwas mühsam sein, bis man die Zeichen entschlüsselt hat. Da muss gegebenenfalls ein Buchstabe in einer alten, uns nicht mehr vertrauten Schrift entziffert werden. Ornamentale Schwünge erschweren die Identifizierung. Doch mit Hilfe von detaillierten Fotos können die Buchstaben auf dem Gemälde mit den abgebildeten in Datenbank oder Buch verglichen und dann zugeordnet werden.

Gellner
Hier ist es etwas einfacher, denn es handelt sich um ein Selbstportrait von Franitšek Gellner mit Signatur – aber die Schreibschrift deutet die möglichen Entschlüsselungsprobleme an
Danach ist das Ende der Recherche aber noch nicht erreicht, denn nun sind Leben und Werk der Künstlerin oder des Künstlers von Interesse:

  • Wer war er oder sie?
  • Was war der Heimatort?
  • Wann hat er oder sie gelebt?
  • Gibt es weitere Bilder, die man anschauen kann?
  • Wie ist das Bild kunsthistorisch einzuordnen?
  • Gab es eine Verbindung zur eigenen Familie?

Bei einigen Malern und Malerinnen kann hier sicher Wikipedia weiterhelfen – aber das ist nur ein kleiner Teil. Das Gros der in Wohnzimmern hängenden Gemälde sind eben nicht von großen Künstlern geschaffen, sondern von eher unbekannten. Und die sind nur teilweise im Internet auffindbar. Da hilft dann nur eine gezielte Literaturrecherche in kunsthistorischen Katalogen.

Ich habe da selber so ein Erbstück  – ein Pastellbild mit einer gut identifizierbaren Signatur: “K. v. Rozynski, Berlin” steht da. Den finde ich inzwischen auch bei Wikipedia 😉 – Kurt von Rozynski war Illustrator für Bücher, besonders für Mädchenbücher und Musikerdarstellungen. Ein Link zu einem der Bilder von ihm führt mich zu einem sehr ähnlichen Motiv wie das, das bei mir an der Wand hängt. Seine Bilder gaben Vorlagen zu Postkarten ab. Sowohl das hier verlinkte Mondscheinsonatenbild als auch eine der verlinkten Postkarten sind schlicht und einfach kitschig. Mein Bild eines Portals mit umrahmenden blühenden Kastanienbäumen gefällt mir aber ganz gut 😉 Außerdem erinnert es mich an einen lieben Menschen.

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