Wer braucht welche Recherche? Journalist braucht

Protokoll von Telefonbefragungen.

Und nein, es waren keine Interviews im klassischen, personenbezogenen Sinne. Es ging um eine technische Frage, zu der verschiedene Anbieter ihre Produkte vorstellen konnten. Ziel war ein gut lesbarer Artikel in einer populärwissenschschaftlichen Zeitschrift mit folgenden Punkten:

  • eine Definition der neuen Technik
  • eine technische Erklärung – allgemein verständlich
  • Verwendungsmöglichkeiten – und die sollten so vielfältig und interessant wie möglich sein

Obwohl für den Autor die beiden ersten Punkte schon geklärt waren, musste ich mich für die Telefonbefragungen erst einmal in die Materie einarbeiten – schließlich sollte ich “sinnvolle” Fragen stellen … Andererseits war mein Laienstatus durchaus auch gefragt – quasi als Zielgruppe 😉

Dancing at a club
Partyfeeling privat oder im Club – Technk wird auf jeden Fall gebraucht.
Es handelte sich um eine recht neue technische Form von auch bei Partys einsetzbarer Technik – da waren erst einmal die Anbieter zu finden. Ich musste einen Fragebogen erstellen, der sowohl strikt genug war, um alle relevanten technischen Aspekte zu berücksichtigen, andererseits aber auch flexibel genug, um interessante Details, eventuell auch Storys nicht einfach zu übergehen – Dönekes sind ja immer ein gutes Mittel, um Sachen einzigartig zu machen.

Da saß ich dann also am Telefon mit Notizpapier und Fragebogen und telefonierte, bis die Ohren glühten. Es gab Anbieter, die kein Interesse hatten, aber die meisten fanden es schon spannend, wenn der Name ihres Produkts, ihrer Firma in so einem Artikel auftauchen könnte. Also wurde ich mit Infos zugeworfen, musste meinen roten Faden im Blick behalten und die ganze Zeit Notizen machen.

Mein Kunde erhielt am Ende der Recherche ein Dossier, in dem für jede Firma etwas über Ansprechpartner und Firmengeschichte stand; der Hauptteil war aber die Schilderung der Produkte und ihrer Funktionen – ein Extrakt aus den unterschiedlichen Telefonbefragungen. Daraus baute er dann einen Artikel, der – mit guten Bildern unterstützt – deutlich machte, was diese technische Spielerei für Möglichkeiten bietet.

So wie ich bei der Historikerin in der Recherche zu ihren Augen wurde, war ich hier das Ohr meines Kunden. Grundlage in beiden, nein, in allen Fällen, ist ein gutes Briefing: Je genauer ich weiß, was Ihr Ziel ist, desto präziser kann ich suchen und die Ergebnisse gewichten.

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