Papa Meilland – unsere Familienrose

Meine Texttreff-Kollegin Katrin Zinoun hat in ihrem Gartenblog eine Blogparade ausgerufen, zu der ich heute etwas beisteuern möchte. Ein Option ist es nämlich, eine besondere Pflanze vorzustellen. Und die habe ich – gleich im Doppelpack: die beiden Rosenstöcke der Papa Meilland, die ich vor rund zwei Jahren von meinem Vater geerbt habe, als er seinen Garten aufgeben musste. Rosenstöcke, die fast so alt sind wie ich und damals zu den Neuheiten im Rosensektor zählten.

Mit dem wirklich betörenden Duft dieser Rose bin ich aufgewachsen. Im Sommer duftete es nicht nur im Garten, sondern auch im Haus, denn einzelne Blüten der Papa Meilland oder ihrer Verwandten, der Gloria Dei oder Madame Meilland, standen in Vasen in der Wohnung.

Dieser Sommer war bisher nicht so sehr rosenfreundlich – der viele Regen hat die Blüten zerstört und fördert die Pilzerkrankungen (Meltau haben wir zum Glück nicht, aber Sternrußtau …). Für diesen Beitrag hat sich aber noch mal eine Blüte hervorgewagt:

fotografiert von Christian Baller
Leider kommt hier nur die Farbe einigermaßen rüber – den Duft kann ich so nicht übermitteln: Papa Meilland, im Aufblühen begriffen.

Mein Vater behauptete immer, dass er als Kind den Rosenduft von der Pfefferkuchendose her kannte – der Zuckerguss wurde mit Rosenwasser angerührt. Bei seinem ersten Kontakt mit einer Rose fragte er folgerichtig, warum diese denn nach Pfefferkuchen dufte …

Insgesamt sind Rosen recht widerstandsfähig. Bevor ich die beiden Stöcke an der endgültigen Stelle einpflanzen konnte, musste eine Zeit vergehen – so haben sie “eingeschlagen” den Winter überstanden: eine schmale Furche am Gartenende war ihr Winterquartier. Obwohl mein Vater als Fachmann dazu riet, hatte ich echt Bammel, ob das gut geht. Es hat geklappt!

Wir haben inzwischen einge Rosenstöcke – z. T. auch geschenkt bekommen. Die Hochstämmchen und eine – ebenfalls intensiv duftende – weiße Rose sind sogar als Kübelpflanzen bei uns heimisch geworden. Für den Winter heißt das: Dicht an eine Mauer stellen, den Topf umwickeln (z. B. mit einer Blasenfolie), den Stamm, bzw. den Stock ebenfalls einwickeln und alle Kübel schön eng nebeneinander hinstellen, so dass sie sich gegenseitig schützen. Die letzten beiden Winter hat das problemlos funktioniert. Im Frühjahr gilt auch für Kübelrosen: zurückschneiden! Keine Bange: Auch wenn es wehtut, so hoffnungsfrohe Augen wegzuschneiden – es reicht, wenn pro Ast drei bis maximal (!) fünf Augen übrigbleiben! Eine gute Anleitung dazu gibt es hier: gaertnerblog; für die Sache mit den Augen ein bisschen nach unten scrollen.

So, und zum Abschluss noch ein Bild von der einen Papa-Meilland-Blüte, die zur Zeit bei uns im Garten duftet:

fotografiert von Christian Baller
Im Sonnenlicht wirkt das Rot der Papa Meilland heller, als es ist: Es handelt sich tatsächlich um einen tiefdunkelroten samtigen Farbton – also die dunkelste Blütenstelle auf dem Bild kommt der Realität am nächsten 😉

 

5 comments on “Papa Meilland – unsere Familienrose

  1. Liebe Heike,

    vielen Dank für diese tolle Geschichte. Bei meinem Vater im Garten steht auch so eine herrlich duftende Rose, die er von seiner Mutter geerbt hat. Allerdings eine andere Sorte.

    Wird eigentlich noch Rosenwasser zum Backen verwendet? Ich kenne das nur aus der marokkanischen Küche, aber nicht aus der deutschen.

    Viele Grüße

    Katrin

    1. Liebe Katrin, ja, ich verwende Rosenwasser für den Zuckerguss beim Pfefferkuchen – das Rezept hat mir meine Großmutter vor rund 30 Jahren gegeben – und natürlich für Marzipan; da braucht es süße Mandeln, Puderzucker , Rosenwasser und eine Winzigkeit bitterer Mandeln. Mein Vater behauptet immer, früher sei das Rosenwasser “rosiger” gewesen – ich kann das nicht beurteilen, mir reicht es so.
      Liebe Grüße
      Heike

  2. Wussten Sie, dass die Papa Meilland mehrfach Rose des Jahres geworden ist? Sie hat nämlich nicht nur so eine tolle Farbeund den starken Duft, sondern auch eine schöne Form.
    Viel Freude noch mit den Rosen – jetzt passt das Wetter ja. Ist noch eine aufgeblüht?

    1. Hallo Luchen,

      bei Wikipedia stehen verschiedene Auszeichnungen, die die Papa Meilland errungen hat – Rose des Jahres habe ich nicht gefunden. Aber sie ist einmal Weltrose geworden und als ich da nachgelesen habe, konnte ich feststellen, dass mein Vater mehrere davon im Garten hatee – und ich als seine Erbin jetzt auch: Glorai Dei, Schneewittchen und Queen Elizabeth. Schön zu wissen 😉

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