Recherchekompetenz für Schulen – ein weiterer Schritt

Wie Sie wissen, biete ich mein Recherche-Seminar speziell für Schulen an, genauer gesagt für die Lehrerkollegien. Ziel ist es, Recherchekompetenz fürs Internet an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln, denn dort suchen die ja sowieso. Frage ist nur: Wie tun sie das?

Der erste Schritt zum Ziel “Steigerung von Recherchekompetenz” ist klar ;-):

Für eine Fortbildung des Lehrkörpers komme ich in die Schule, bringe einen Tag lang die Informationen über effiziente, gezielte Suche, verschiedene Suchoptionen im Netz und zur Beurteilung der Funde an die Frauen und Männer, die dann ihrerseits ihr Wissen weitergeben (sollen).

In aller Regel heißt das: Erst einmal an die anderen Kolleginnen und Kollegen, denn das gesamte Kollegium wird an einer solchen Fortbildung nicht teilnehmen können. Um die Möglichkeiten zur Steigerung von Recherchekompetenz zu trainieren, darf die Gruppe für mein Seminar nämlich nicht zu groß sein, schließlich enthält einen hohen Praxisanteil, für den es dann der Möglichkeit für Austausch bedarf. Näheres zu meinem Seminar für Lehrerkollegien finden Sie unter anderem hier und hier.

Was ist dann also der nächste Schritt?

Ein zweiter, diesmal interner, Termin des Kollegiums, in dem folgende Themen auf dem Programm stehen können:

  • die Multiplikatorengruppe, die das Seminar zur Recherchekompetenz absolviert hat, gibt die grundlegenden Infos weiter, damit eine Diskussionsbasis vorhanden ist
  • das Kollegium entscheidet, welche Teile der Recherchekompetenz auf welche Weise für welche Jahrgangsstufe vermittelt werden sollen
  • es gibt Vereinbarungen darüber, wie sich das Kollegium – idealerweise kontinuierlich – weiterbildet
  • im Idealfalle wird mindestens eine Person benannt, die einen Blick auf die Entwicklung von Recherchemöglichkeiten behält und Neuigkeiten vermittelt (glauebn Sie mir: Das ist nötig!)

Wenn diese Fragen geklärt sind, kann die Vermittlung der Recherchekompetenz im Schulalltag beginnen:

Idealerweise sollte so dann das Ergebnis beim Recherch-o-maten aussehen ;-)

Idealerweise sollte so dann das Ergebnis beim Recherch-o-maten aussehen ;-)

  • Recherchestrategien von Schülerinnen und Schülern abfragen
  • konkrete Suchtipps geben
  • fachspezifische Seiten nennen
  • Verlässlichkeit von Informationen aus dem Netz thematisieren

In vielen Schulen ist die Nutzung von Smartphones etc. im Unterricht verboten. Für die Vermittlung der Recherchekompetenz könnte es sinnvoll sein, den gezielten Einsatz im Unterricht zu nutzen und sei es mit einem schuleigenen Gerät. Mittels Beamer, Whiteboard* und anderer Geräte zur Darstellung kann so schnell und unkompliziert eine Recherche beispielhaft vorgeführt, bzw. getestet werden.

Damit haben Sie meine Idealvorstellung davon, wie die Vermittlung von Recherchekompetenz an Schulen aussehen kann. Die Fähigkeit ist inzwischen grundlegend für Ausbildung und Beruf und erst recht für ein Studium.

Die Rede von den Digital Natives, die das Internet und seine Möglichkeiten quasi von selbst “kennen” ist Blödsinn. Sorry für das harte Wort. Nach der Logik müssten wir alle “Print Natives” sein, die ohne weitere Vermittlung  Gedrucktes lesen, verstehen und vor allem auch einordnen könnten. Damit wäre ein Großteil dessen, was in der Schule und an der Uni passiert, obsolet. Oder wüssten Sie so ohne weiteres schon allein die unterschiedlichen Arten von Texten in einer Zeitung zu unterscheiden? Reportage, Bericht, Nachricht, Kommentar, Glosse?

*Dafür müssen die Geräte a) vorhanden und b) ihre Nutzung vertraut sein – leider auch oft eine Baustelle …

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ZB MED vor dem Aus ….?!

Ich konnte es gestern nicht fassen, als ich erfuhr, dass diese Spezialbibliothek vor dem Aus stehe. Wie bitte?! Es gibt keine vergleichbare Bibliothek zu Themen rund um Medizin, Umwelt, Agrarwissenschaften und Ernährung in Deutschland.

Hintergrund: Jedes Leibniz-Informationszentrum – was die ZB MED seit 2014 auch ist – muss sich in gewissen Abständen einer Evaluation unterziehen. Da wird dann geguckt, ob die Arbeit den Ansprüchen der Leibniz-Gemeinschaft entspricht. Völlig klar und nachvollziehbar. Doch eine Bibliothek ist kein  Forschungsinstitut und erst recht kein Wirtschaftsunternehmen. Da müssen in meinen Augen die Maßstäbe schon ein bisschen anders angelegt werden.

Es fehle insbesondere ein überzeugendes Forschungskonzept, auf dessen Grundlage die digitalen Angebote weiterentwickelt werden könnten. Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit benachbarten Hochschulen in Forschung und Entwicklung würden kaum ausgeschöpft. Auch sei in den vergangenen vier Jahren die Empfehlung nicht umgesetzt worden, die informationswissenschaftliche Kompetenz an der ZB MED deutlich zu stärken.(Quelle: Leibniz-Gemeinschaft, 18. 3.2016)

Die ZB MED ist seit 2014 selbständiges Leibniz-Informationszentrum – und obwohl es bedauerlich ist, ist es doch bekannt, dass Verwaltungsmühlen an wissenschaftlichen, besonders auch universitären Einrichtungen eher langsam mahlen. In der Argumentation der Petition, die Rudolf Mumenthaler ins Leben gerufen hat, wird dargelegt, dass diese Forderungen in Arbeit, ja kurz vor dem Abschluss standen (aufgrund der “Empfehlung” vom 18. März wurde die Aufnahme von Verhandlungen mit der Nr. 1 auf der Liste abgeblasen …); Berufungsverfahren für Professuren sind langwierig, das könnte man bei der Leibniz-Gemeinschaft wissen (weiß man ja auch – aber anscheinend wird das nicht berücksichtigt). Insgesamt finde ich die Argumentation ein bisschen sehr “unternehmensberatermäßig” – in meinen Augen keine gute Grundlage, um Wissenschaftseinrichtungen zu beurteilen. Besonders negativ aufgestoßen ist mir der Begriff vom “hochkompetitiven Fachinformationsmarkt”. Oder denken Sie dabei an eine wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung?

ZB MED ohne Leibniz-Gemeinschaft – denkbar?

Nun ja, bis 2013 war sie zwar “nur” Teil der “Wissensgemeinschaft Blaue Liste“; seit

Der erste Eintrag einer Ergebnisseite in LIVIVO - mit der Option, jede Menge Informationen durch Aufklappen der blauen Links hinzuzubekommen

Der erste Eintrag einer Ergebnisseite in LIVIVO – mit der Option, jede Menge Informationen durch Aufklappen der blauen Links hinzuzubekommen

2014 ist sie als Informationszentrum der Leibniz-Gmeienschaft angeschlossen. Aber: Diese vollgültige Aufnahme in den Leibniz-Kosmos war auch mit Aufbruch verbunden. Der neue Katalog LIVIVO z. B.; in meinem Beitrag zum Relaunch habe ich ja schon geschrieben, wie gut mir das neue Angebot gefällt. Ob dieses Angebot auf dem Niveau gehalten werden kann, wenn andere und wahrscheinlich kleinere Töpfe zur Finanzierung der ZB MED herhalten müssen, ist fraglich. Gern gekürzt wird bei allen Bibliotheken bei den Zeitschriften, wenn die Mittel knapp werden – auch das wäre vermutlich eine Folge, wenn die ZB MED wieder auf eigenen Füßen stehen müsste.

Und was, wenn es keine Möglichkeit geben sollte, diese Einrichtung zu erhalten? Ich mag es mir gar nicht ausmalen. Spezialbibliotheken oder Fachinformationszentren, wie es die Leibniz-Gemeinschaft nennt, sind wichtige Insitutionen für die Wissenschaft, die Ausbildung und auch für die Praxis – in der ZB  MED z. B. suchen nicht nur Studierende der Medizin ihre Literatur für Prüfungen raus, auch Ihr Hausarzt oder Ihre Fachärztin kann sich dort mit aktuellen Informationen versorgen, die über die “normalen” abonnierten Fachzeitschriften hinausgehen – nur so als Beispiel, wo diese Einrichtung auch das Leben von medizinisch nicht auszubildenden oder ausgebildeten Menschen wie Sie und mich betrifft.

Mag ja sein, dass ich altmodisch bin, aber ich finde, dass Wirtschaftlichkeit in Sachen Wissenschaft eine zweischneidige Sache ist: Es soll kein Geld verpulvert werden, klar, aber Wirtschaftlichkeit in einer auf Wettbewerb in finanzieller Hinsicht orientierten Szene ist mir hier suspekt. Da wird diese Wirtschaftlichkeit leicht zum Fetisch, dem sich alles andere unterordnen muss. Freien Zugang zu Wissen sehe ich bei dieser Haltung gefährdet. Wissenschaft braucht Infrastruktur – Bibliotheken bieten genau das. Wettbewerb ist da für die Qualität sicher ein Anreiz, aber dann sollte auch die Zeit eingeräumt werden, um ein solch großes Unternehmen umzubauen und nicht innerhalb von kurzer Zeit (Vier statt sieben Jahre sind seit der letzten Evaluation (vor der Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft) erst vergangen!) eine Umstrukturierung als vollzogen erwartet werden.

PS (31.3.2016): Ich empfehle, die Petition von Rudolf Mumenthaler zu unterschreiben.

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Lesetipps für wissenschaftliche Literatur

Im digithek.blog wurden letzte Woche Tipps für Lesetechniken für wissenschaftliche Literatur, insbesondere in den MINT-Fächern, gegeben – durchaus hörenswert (es handelt sich um einen Beitrag aus einem Youtube-Kanal), sowie eine kurze Wiederaufnahme zu strukturierten Notizen (Cornell-Notes), die bei der Lektüre von Fachliteratur wie bei Vorlesungen/Vorträgen helfen können:

Mir erschienen die Tipps hilfreich und sinnvoll – deshalb verbreite ich sie gerne weiter.

Viel Erfolg!

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Thema 1914 – 21.2.1916

156 5 le fort de Vaux avant que nous le reprenions

So sah Fort Vaux auss, bevor “wir” (Frankreich) es zurückeroberten …

Heute vor 100 Jahren begann die Schlacht von Verdun – eine Reihe verlustreicher Kämpfe über fast ein Jahr rund um die Festungen von Verdun mit dem Ziel, die andere Seite auszubluten. Ein grauenhafter Teil der an sich schon schrecklichen Geschichte des ersten Weltkriegs. Das Memorial in Verdun wird heute nach längerem Umbau neu eröffnet und nimmt seine Besucher mit in die Schützengräben. Eine Schilderung finden Sie hier.

Auch wenn es bei mir immer Thema 1914 heißt – der erste Weltkrieg dauerte bis November 1918 und ich werde es bis dahin Thema 1914 nennen.

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Weihnachtsgrüße

Das Jahr 2015 geht zu Ende – und ich habe mein Geschenk schon bekommen und ausgepackt:

Na ja gut, so wird es dieses Jahr an Weihnachten nur selten aussehen - ein Wintertraum halt bei Frühlingstemperaturen ;-)

Na ja gut, so wird es dieses Jahr an Weihnachten nur selten aussehen – ein Wintertraum halt bei Frühlingstemperaturen ;-)

Seit dem letzten Sommersemester durfte ich zwei Mal mein Recherche-Seminar an der Uni Köln im Rahmen des Studium Integrale halten – eine große Freude für mich! Sowohl bei diesen Uni-Seminaren als auch bei denen an der Akademie des Philologen-Verbandes konnte ich feststellen, dass

a) mir die Vermittlung meines Recherche-Wissenssehr viel Freude macht

b) jedes Seminar komplett anders ist, weil sich im Netz zwischenzeitlich so viel tut und da eben auch immer völlig verschiedene Leute sitzen

So werde ich meinen Fokus zunehmed auf die Wissensvermittlung legen und selbst weniger Recherche betreiben – bzw. vorwiegend die, die ich zur Vorbereitung der Seminare benötige.

Allen, die hier mitlesen, wünsche ich nun ein frohes Weihnachtsfest, uns allen friedliche Zeiten und alles Gute für 2016.

Ihre Heike Baller

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Thema 1914 – 4.12.1915

Heute vor 100 Jahren erschien in der Kölnischen Zeitung ein kurzer Absatz über die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum von Kaiser Joseph II, das am 3. Dezember stattgefunden hatte. Als bemerkenswert wird hier festgehalten, dass nicht nur in Wien, sondern auch in tschechischen Gebieten Feierlichkeiten stattfanden und Flaggen gehisst wurden.

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Blogwichteln 2015 – mein erster Beitrag ist online

BlogwichtelbuttonDa habe ich doch gestern noch gesagt, dass ich noch keine Idee hätte, was ich im Rahmen von Blogwichteln 2015 für meine Gastgeber-Blogs schreiben könnte. Doch beim Stöbern auf der Seite Mama im Job  von Petra A. Bauer fiel mir die Rubrik Schule ins Auge – und dann war sofort klar, dass ich mein Leib- und Magenthema anbringen kann: Recherchekompetenz für die Schule. Das Ergebnis ist nun hier zu lesen.

Nach diesem Erfolgserlebnis ;-)  in der Themenfindung bin ich sicher, dass auch für das andere Gastgeberblog ein Beitrag zum Blogwichteln einfallen wird.

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Blogwichteln 2015

BlogwichtelbuttonDie Vorweihnachtszeit naht und mit ihr das schon traditionelle Blogwichteln in meinem Netzwerk Texttreff. Ich freue mich riesig, dass diesem Blog Michaela Pelz zugelost wurde. Ohne es zu wissen, habe ich 2009, im Rahmen meiner Reihe „Ohne Krimi geht die Mimi …“, eine Seite vorgestellt, die von Michaela Pelz als Chefredakteurin betreut wird, nämlich das Krimi–Forum. Aber  sie macht noch viel mehr, ist eine sehr engagierte Frauu – ich bin sehr gespannt, welche ihrer Seiten bei ihrem Blogwichteln-Beitrag zum Tragen kommen wird.

Da ich ja zwei Blogs betreibe, – ich hab ja noch die Kölner Leselust – wurden mir auch zwei Blogs zum Bewichteln zugelost:

Ehrlich gesagt habe ich noch keine Ahnung, welche Art von Beitrag ich schreiben werde, aber zum Glück habe ich ja noch reichlich Zeit. Wie jedes Jahr freue ich mich über das Blogwichteln im Kolleginnenkreis, das uns dazu bringt, mal was zu ganz anderen Themen zu schreiben und neue Blogs kennen zu lernen. Und Sie haben die Chance gleich mit, denn wenn Sie mir auf meine Gäste- und Gastgeberinnen-Blogs folgen, werden Sie dort ander Gäste  kennenlernen können usw. …

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Heute beginnt die Internetwoche in Köln

Zum sechsten Mal, vom 19.-24. Oktober 2015, gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen zum Internet – das reicht von VHS-Kursen zu leichter Sprache über Tipps zur Ordnung digital erworbener Kenntnisse und die Bedürfnisse der “Silver Surfer” bis hin zu Internet in Kommunalverwaltungen und Diskussionen zu den gesellschaftlichenVeränderungen, die uns “25 Jahre Internet für alle” – so das Motto der Internetwoche – beschert haben und bescheren werden.

Die Anmeldungsmöglichkeiten zu den einzelnen Veranstaltungen variieren: mal gibt es ein Onlineformular, mal die Möglichkeit, sich per Wiki oder Facebook anzumelden; die Details finden Sie, wenn Sie die einzelne Veranstaltung im Programm anklicken. Es gibt noch freie Plätze!

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Die Digitale Bildungsrevolution von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt.

Um mal das Pferd von hinten aufzuzäumen: Im letzten Kapitel „Aussitzen ist keine Lösung“ bekam ich das heftige Nicken als ich Unterpunkt 2 der zehn Punkteliste las:

Ohne digital kompetente und in neuen pädagogischen Ansätzen versierten Lehrkräfte werden die besten politischen Ziele wirkungslos bleiben. Deshalb ist eine Reform der Aus- und Weiterbildung von Lehrern nötig.

Am liebsten würde ich den ganzen Absatz zitieren, den Sie auf Seite 176 finden. Ja, genau das ist nötig. Ein Umdenken, der Verlust von Angst vor diesen neuen Medien. Und das gilt nicht nur für Lehrerkollegien an weiterführenden Schulen. Auch die Lehrenden an den Hochschulen sind hier meiner Meinung nach gefordert.

In Mystic habe ich Altes und Modernes friedlich vereint gefunden

In Mystic habe ich in der Public Library Altes und Modernes friedlich vereint gefunden

Aber nun der Reihe nach. In ihrem Buch haben Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt anhand von Beispielen dargelegt, welche Formen digitalen Lernens weltweit schon erprobt werden und mit welchem Erfolg. Neben den MOOCs, die auch in Deutschland schon durchaus bekannt sind, gibt es auch noch deutlich weitergehende Angebote, vor allem in Hinblick auf personalisiertes Lernen. Auf den ersten Blick erscheint ja die Kombination von „Masse“ und „personalisiert“ widersprüchlich. Doch es gibt Angebote, die diesen Widerspruch auflösen können. Hierbei handelt es sich um algorithmengestützte Angebote, die selber lernen. Sie berechnen aus den Daten vieler die Wahrscheinlichkeit, mit der beispielsweise jemand einen Kurs erfolgreich abschließen kann oder bieten aufgrund der individuell erfassten Daten beim Lernen gezielte Angebote, um Stoff zu vertiefen, zu wiederholen oder weiterzuentwickeln. Das heißt, dass Schülerinnen und Schüler oder andere Lernwillige eben nicht von „der Strange“ lernen, sondern individuell in ihrem Tempo und nach ihren Fähigkeiten Aufgaben bekommen.

Der Untertitel „Der radikale Wandel des Lernens und wie wir ihn gestalten können“ zeigt schon, dass es hier nicht um Petitessen geht. Und auch, dass nach der Meinung von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt niemand Angst vor den damit einhergehenden Veränderungen haben muss. Weiterlesen

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