Blogwichteln 2016 – ein Beitrag von Katharina Thölken zu Recherche bei Buchpublikationen

blogwichtelbuttonHier ist er nun, der Artikel der Textine Katharina Thölken zum Blogwichteln 2016 – und sie hat uns ein wirklich wunderbares großes Paket mit Infos für Selfpublisher geschnürt, randvoll mit Tipps und Links. Vielen lieben Dank dafür!

Hach, ich liebe das Blogwichteln vom Texttreff :-)

Was  Verlage und Selfpublisher bei Buchpublikationen recherchieren müssen

Wer einen Verlag gründen oder seine Bücher selbst publizieren will, muss recherchieren – und zwar nicht wenig. Selfpublisher brauchen nicht zwingend einen Verlag zu gründen, dafür gibt es genügend Anbieter wie BoD (Books on Demand), epubli und andere. Was Sie aber dennoch wissen müssen:

1. Gibt es meinen gewünschten Titel schon?

Denn Buchtitel sind ebenso wie Film- oder Musiktitel sogenannte Werktitel und die sind markenrechtlich geschützt, aber nur wenn sie „eine eigene Kennzeichnungs- und Unterscheidungskraft“ besitzen, wie es das Markengesetz verlangt. Daher gibt es zum Beispiel Bücher mit dem Titel Liebesgedichte  sowohl von Pablo Neruda als auch von Erich Fried und Mascha Kaléko. Den Titel Wie soll ich meine Seele halten. Liebesgedichte gibt es dagegen nur von Rainer Maria Rilke.

Ist ein Buch mit einem solch unterscheidungsfähigem Titel erst einmal auf dem Markt, ist es automatisch geschützt. Wer sichergehen möchte, dass der Titel nicht schon vor der Veröffentlichung „weggeschnappt“ wird, kann gegen eine geringe Gebühr einen Titel im Börsenblatt des Börsenvereins oder in einem anderen Branchenblatt anzeigen lassen, hat dann einen Titelschutz, der sechs Monate gilt, so viel Zeit, wie man üblicherweise bis zur Veröffentlichung braucht. Doch davor gilt es, den Titel möglichst genau zu recherchieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Die Titelschutzrubrik des Börsenblatts gibt außerdem Aufschluss über noch unveröffentlichte, aber bereits geschützte Titel.

2. Was muss im Buch enthalten sein?

ISBN

Die ISBN ist nur dann notwendig, wenn Ihr Buch öffentlich verkauft werden soll, also in online-shops oder beim Buchhändler um die Ecke. Rein private Publikationen brauchen keine ISBN. Die ISBN kann bei der Agentur für Buchmarktstandards bestellt werden, wo es inzwischen auch die ISBN-A für eine bessere digitale Auffindbarkeit gibt. Kommt ein Buch als Druckversion und als eBook heraus, braucht es zwei verschiedene ISBN.

Barcode

Die Verlegerin Katharina Thölkne mit einigen Publikationen ihres Verlags - gut recherchiert, versteht sich

Die Verlegerin Katharina Thölken mit einigen Publikationen ihres Verlags – gut recherchiert, versteht sich

Wer nicht über die oben genannten Anbieter von Eigenpublikationen veröffentlichen, aber dennoch sein Buch im Buchhandel  sehen will, braucht außerdem einen Barcode, auch Strichcode genannt. Dafür gibt es kostenlose online-Tools wie Bookow, der Barcodes in unterschiedlicher Qualität anbietet, was für die verschiedenen Bedingungen von Print und eBook sinnvoll ist.

Impressum

Jedes Buch muss ein Impressum enthalten. Dort gehören Autoren- oder Herausgebernamen, Titel des Buches, Erscheinungsort und Erscheinungsdatum. Eventuelle Rechte Dritter (z. B. Bildrechte) gehören ebenfalls ins Impressum. Die genauen Bestimmungen zum Impressum sind Sache der Bundesländer und müssen also in deren Pressegesetzen recherchiert werden.

3.  Wer druckt das Buch?

Eine selbstverständliche Frage, die aber oft viel Recherchearbeit verlangt, denn Druckereien gibt es viele. Wer macht was in welcher Zeit zu welchen Konditionen, das beschäftigt mich auch  nach zehn Jahren Verlegertätigkeit bei jedem Buch. Bei Kleinauflagen gibt es von manchen darauf spezialisierten Anbietern bessere Preise als von anderen, die große Auflagen günstig drucken. Manche sind schneller, andere bieten eine besondere Qualität. Gerade bei der Qualität gibt es so viele Dinge zu beachten, die Zeit erfordern. Papiervolumen, -gewicht und -farbe können z. B. schlecht online beurteilt werden. Hier gilt es also Druckereien vor Ort aufzusuchen oder sich Muster zuschicken zu lassen.

Und auch bei E-Books muss recherchiert werden. Die werden zwar nicht gedruckt, aber für verschiedenste Lesegeräte konvertiert.  Hier gibt es ebenfalls Tools zum Selbermachen, wie z. B. Calibre. Für Softwaredummies aber nicht zu empfehlen. Dann lieber einen Anbieter suchen, der das Konvertieren übernimmt.

Auch so eine Art "Weg des Buchs" ...

Auch so eine Art “Weg des Buchs” …

4. Wie vermarkte ich das Buch am besten?

Auf diese Frage kann ich hier nur ansatzweise eingehen, denn wie bei jedem Produkt ist die Vermarktung eine Wissenschaft für sich und der Erfolg eng mit dem Budget und der Kreativität verknüpft. Nicht zu vergessen ist das Glück, zur richtigen Zeit mit dem richtigen Thema zu kommen. Denn dann werden Zeitungen, Online- und Printmagazine, Radiosender und Journalisten ganz allgemein aufmerksam und es passiert das Beste überhaupt: Sie berichten über Buch und Autorin.  Dazu müssen natürlich zuvor Pressemitteilungen verschickt werden. Leseproben, Rezensionen akquirieren, eine eigene Website zum Buch aufbauen (Achtung: freie Domain rechtzeitig recherchieren), in den sozialen Medien berichten, Blogartikel schreiben, Lesungen anbieten und, und, und. Diese Arbeit endet nie. Große Verlage arbeiten außerdem mit Verlagsvertretern, kaufen Präsentationsplätze auf den Neuerscheinungs-Tischen der Buchhandlungen, bewerben das Buch in Katalogen, mit Plakaten und anderen Werbemitteln.

Was ein Autor auf jeden Fall selbst recherchieren kann, ist:

Zu welchen Sendungen/Magazinen passt mein Thema? Wer ist der zuständige Redakteur? Welche Einrichtungen bieten Lesungen an? Welche Facebookgruppen sind für die Buchvermarktung interessant. Wo kann ich Gastbeiträge veröffentlichen? Was kann ich den Lesern meines Blogs an Schmankerln bieten? Welche Aktionen haben andere Autoren bereits gemacht und welche sind erfolgversprechend?

Das Schöne am Recherchieren ist ja, dass man gelegentlich auf ganz unerwartete Anreize trifft, die inspirieren und neue Wege gehen lassen. Und ungewöhnliche Wege waren schon für manches totgeschwiegene  Buch die Lebensretter.

___________________________________________

So weit Katharina Thölken – nun wissen Sie und ich, was wir zu tun haben, wenn wir ein Buch selbst veröffentlichen wollen.

Ach ja – schreiben müssen wir es auch noch ;-)

Veröffentlicht unter Allgemein, Blogs, Netzwerke | Hinterlasse einen Kommentar

Internetrecherche-Seminar bei der Akademie des Philologen-Verbandes – Februar 2017

Schüler im InternetAm 18. Februar 2017 gibt es wieder mein Seminar zu Internet-Recherche für Lehrerinnen und Lehrer bei der Akademie des Philologen-Verbandes in Düsseldorf. Einen ganzen Samstag lang, von 9:30 bis 16:30 Uhr führe ich Sie in die Hilfsmittel ein, die das Internet so bietet; Kenntnisse für Ihre Unterrichtsvorbereitung sind genauso Thema wie allgemeines Wissen über das Netz und seine Suchmöglichkeiten, die Sie an Ihre Schülerinnen und Schüler weitergeben können.

Ich mag die Seminare in der Akademie sehr – unter anderem wegen des entspannten Ablaufs.

Das fand auch dieser Teilnehmer im Jahr 2014 ;-):

8. Februar 2014
Such! Maschine.

Dieses Tagesseminar war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg gerade wegen der gelungenen Verknüpfung von Theorie und Praxis!
Die Rahmenbedingungen waren ganz vorzüglich.(Quelle)

Weitere Informationen gibt es direkt bei der Akademie des Philologen-Verbandes, nämlich hier.

 

Veröffentlicht unter Seminare | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Thema 1914 – 23.11.1916

Siegelmarke Oberkommando der Heeresgruppe von Mackensen W0357337

Siegelmarke des Oberkommandos der Herresgruppe von Mackensen

Heute vor 100 Jahren,, am 23.11.1916, zwei Tage nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph, überquerte die 9. Armee unter Leitung von Generalfeldmarschall August von Mackensen die Donau – in einem Filmfragment, das das Bundesarchiv online gestellt hat, kann man sich einen Eindruck von der Situation dort machen: Kochfeuer, Pontonbrücke, Lazarettschiff und viele Pferde (zzgl. einer Ziegenherde).

Für seine Erfolge an der Ostfront (Lemberg) war Mackensen zum Generalfeldmarschall* befördert worden – aus der Rückschau möchte man wünschen, die Militärs wären damals weniger “tüchtig” gewesen …

Bei dem Wort hab ich immer eine Melodie im Kopf: “Als die Römer frech geworden …” Zugegeben, nicht ganz passend zu Thema 1914.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Blogwichteln 2016

blogwichtelbuttonEs ist mal wieder so weit – der Advent steht vor der Tür und mit ihm das Blogwichteln 2016 meines Lieblingsnetzwerkes Texttreff. Schon in den letzten Jahre habe ich bei dieser Aktion gerne mitgemacht. Jede Frau unseres Netzwerks, die bloggt, kann ihr Blog (oder auch mehrere, so wie ich … Kölner Leselust, huhu!) in den Lostopf werfen und bekommt einen Gastbeitrag zugelost. Andererseits darf sie dann auch für eine andere Textine bloggen. So lernen wir im Laufe der Jahre die Vielfalt an Blogs kennen, die in unserem Netzwerk so versammelt sind, schauen über den eigenen Blog-Horizont und haben viel Spaß. Das Blogwichteln ist wirklich richtig große Klasse!

So hat vor knapp drei Jahren Anika Abel hier was zu Rechercheproblemen geschrieben; und vor zwei Jahren hat Ruth Roettges uns Keywords erläutert. Nur zwei Beispiele für das Engagement der Gastautorinnen, was Passendes fürs gastegebende Blog zu finden.

In diesem Jahr dürfen wir hier etwas von Katharina Thölken erwarten, die u. a. den atemwort-Verlag betreibt und bei Heilsame Geschichten auch ein Angebot für Familien mit Kindern hat. Ich bin mal gespannt, mit welcher Facette ihres Angebots sie hier auftaucht :-)

fotografiert von Christian Baller

Neben Blogwichteln gibt es ja auch Blogparaden, um sich untereinander zu vernetzen – diese Rose “Papa Meilland” habe ich in solch einem Zusammenhang mal fotografiert. Was gegen den grauen Novemberhimmel.

Für Profi-Wissen habe ich als Gastblog Heimatkontruktionen von Eke H. Speidel zugelost bekommen – eine schöne Herausforderung, denn Heimat und ihre Definition, der Verlust von Heimat, das Finden einer neuen Heimat und alles, was damit zusammenhängt, ist ja zur Zeit sehr aktuell.

Wer der Aktion Blogwichteln folgen will und dabei nicht darauf angewisen sein will, dass ich alles mitbekomme (das geht nämlich nicht), kann beim TT-Blog vorbeitschauen – dort werden die aktuellen Beiträge vorgestellt. und wenn man diese Seite ganz runterscrollt, finden sich auf der linken Seite alle Blogs von Textinen. Da lohnt sich das Stöbern auch :-)

Veröffentlicht unter Blogs, Netzwerke, Social Media | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Eins meiner Anliegen ist es ja, Internet- und Recherchekompetenz an Schulen zu verbessern; deshalb freue ich mich sehr, dass ich im kommenden Jahr bei LehrerNRW zwei Termine habe, um Lehrerinnen und Lehrer darin zu schulen.

Wann: 27.3.2017 in Dortmund und 28.4.2017 in Düsseldorf, jeweils von 9:00 bis 16:00 Uhr. Nähere Informationen finden Sie online bei LehrerNRW:

Bei so einer Textfülle kann STRG +  F wirklich viel Mühe sparen helfen.

Publiziert am von Recherche-Meisterin | 1 Kommentar

PDF-Dokumente finden – Tipps

Seit sich Publikationen im Open-Access-Modus mehren, können sich Interessierte Volltexte als PDF-Dokumente selbständig aus dem Netz holen und müssen dafür keine Bibliothek aufsuchen. Aber wo bekommt man solche Texte?

BASE

Die Bielefeld Academic Search Engine hat zwar Suchmaschine im Namen, aber eben auch “wissenschaftlich”, es ist ein bewährtes Projekt der Bielefelder Universität, in dem Sie gezielte wissenschaftliche Literaturrecherche betriben können und zwar fachübergreifend.

Bei der Suche können Sie Open Access "bevorzugen"

Bei der Suche können Sie Open Access “bevorzugen”

Das Kennzeichen für Ope-Access-Publikationen ist dann das Logo der Public Library of Science, das Sie auch schon im oben verlinkten Wikipedia-Artikel zum Thema finden

.

Und so sieht das dann aus

Und so sieht das dann aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FreefullPDF

Hierbei handelt es sich um das Angebot einer Firma – Knowmade -, die sich mit Patentrecherche u. Ä. befasst. Tendenziell ist es wie bei Goolge Scholar eine Suchoption ohne redaktionelle Betreuung; durchaus nützlich, wenn Sie bereits einen Titel oder einen Namen haben und mal schauen wollen, ob es da was als freies PDF gibt:

Ohne Schnickschnack drumherum - eine schnelle Möglichkeit, Themen auf freie PDFs abzuklopfen

Ohne Schnickschnack drumherum – eine schnelle Möglichkeit, Themen auf freie PDFs abzuklopfen

 

 

 

 

 

 

Google Scholar

Der wissenschaftliche Ableger der Suchmaschine Google weist PDF-Dokumente aus, indem rechts von den Ergebnissen ein “PDF”-Link erscheint:

KLickt man die PDF-Link an, speichert man das Dokument automatisch aauf dem Gerät

KLickt man die PDF-Link an, speichert man das Dokument automatisch aauf dem Gerät

Googel Scholar ist recht bekannt und beliebt, nach einigen Studien sogar manches Mal aktueller in medizinischen Texten als PubMed, die weltgrößte Datenbank für medizinische Fachliteratur – aber nach wie vor handelt es sich um eine Suchmaschine, d. h. es findet keine redaktionelle Aufbereitung statt, es sind unsystematische Ergebnisse – bitte immer im Hinterkopf behalten.

Universitätsbibliotheken

Wenn Sie als Studentin oder Dozentin einer Universität angehören, können Sie  im Netz Ihrer Hochschule auf wesentlich mehr PDF-Dokumente (und andere Texte) zugreifen; oft haben Sie auch die Möglichkeit, sich das Uni-Netz nach Hause zu holen, z. B. per VPN-Client.

Über Meta-Kataloge wie die von Bibliotheksverbünden oder  den Karlsruher Virtuellen Katalog haben Sie die Möglichkeit, bspw. digitale Publikationen gezielt zu suchen.

So sieht es beim KVK aus.

So sieht es beim KVK aus.

Kostenfrei sind diese Ergebisse dann in der Regel nur im Uni-Netz – bitte beachten. Und es können auch andere als PDF-Dokumente sein ;-)

Veröffentlicht unter Bibliotheken, Google, Recherchen, Suchmaschinen, wissenschaftlich arbeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar

Sammlungen in Bibliotheken – SLUB Dresden

Dem Vorspann zum Thema “Sammlungen in Bibliotheken” kann ich mir an dieser Stelle wohl sparen – Sie haben ja Gelegenheit, ihn in den beiden vorangegangenen Beiträgen nachzulesen ;-). Heute ist die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) – in Dresden dran.

Industriedesign, Gebauchsgraphik und Technikgeschichte gehören zu den Sondersammelgbieten der SLUB Dresden – meine Assoziation war da gleich “Bauhaus” ;-), aber die Zuordnung für Technikgeschichte gibt es erst seit 1998 und die Sammlung von Publikationen zu Kunst, Fotografie und Design hat ihren Schwerpunkt bei  Werken nach 1945 – falsch geraten ;-)

Hübsch stellen sich hier die „Kollektionen“ dar, wie die digitalisierten Sammlungen in der SLUB genannt werden. Wenn man auf  „Digitale Sammlungen“ klickt erscheinen Abbildungen und  kurze Titel in einer Galerie-Ansicht; fährt man mit der Maus darüber, sieht man nicht nur den Titel, sondern auch eine Info zur Bestandsgröße.

Die  Kachel mit dem roten Feld ist per Mouse-Hub hervorgehoben und zeigt den Bestand dieser  Sammlung an

Die Kachel mit dem roten Feld ist per Mouse-Over hervorgehoben und zeigt den Bestand dieser Sammlung an

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sammlungen sind sehr unterschiedlich groß – das Bildchen zur Maya-Handschrift führt zu genau einem Titel ;-). Dagegen umfasst die Sammlung Saxoniae über 6000 Digitalisate. Da digitale Sammlungen in ständiger Bewegung sind, kann man den RSS-Feed abonnieren, um über Aktualisierungen der digitalisierten Sammlungen der SLUB Dresden auf dem Laufenden zu bleiben.

Suchmöglichkeiten in den Sammlungen der SLUB Dresden

Klickt man eine der Sammlungen an, öffnet sich ein neues Fenster, in dem nach einer kurzen Beschreibung der Sammlung unmittelbar die alphabetische Auflistung der vorhandenen Titel beginnt. Bei Sammlungen von unter 100 Titeln reicht dies oft schon zur Recherche aus; sonst gibt es aber auch noch ein Suchkästchen auf der rechten Seite, in das Suchbegriffe eingegeben werden können. Die Suche kann in den “Metadaten” – also den bibliographischen Angaben – oder im Volltext durchgeführt werden.

Hier habe ich Naturgeschichte in den Metadaten gesucht ....

Hier habe ich Naturgeschichte in den Metadaten gesucht ….

 

 

 

 

 

... und hier in den Volltexten - 30 Treffer vs 88, mit anderen Worten, eine gute Filtermöglichkeit

… und hier in den Volltexten – 30 Treffer vs 88, mit anderen Worten, eine gute Filtermöglichkeit

 

 

 

 

 

 

Dass Digitalsate aufwendig sind und Zeit brauchen, habe ich ja schon mehrfach betont; an der “Bibliotheca Gastronomica” wird das noch mal schön deutlich: Sie umfasst 3800 Druckwerke – davon sind gerade (August 2016) 400 Bände digitalisiert.

Zu den Sammlungen gehören auch Bestände anderer, teils wohl aufgelöster, Bibliotheken, die als eigener Korpus im Bestand der SLUB geführt werden. Ein Schwerpunkt der Sammlungen in Dresden liegt – wie oben schon erwähnt – bei eher modernen* Themen: Industriedesign, Gebrauchsgraphik, Technikgeschichte und zeitgenössische Kunst.

*Die Rechtschreibkontrolle moniert dieses Wort und schlägt “modernden” vor …

Mediathek

Neben den „normalen“ Sammlungen gibt es in der SLUB auch eine Mediathek, in der Video- und Audiosammlungen zu finden sind. So ist zum Beispiel der Wiederaufbau der Frauenkirche dokumentiert. Die Überschrift „800 Jahre Thomanerchor“ ist dagegen wohl nicht wörtlich zu nehmen; Sie finden hier aber Aufnahmen des berühmten Knabenchors mit einem gewissen Schwerpunkt auf der Zeit von 1900-1937. Erst nach der Wende erhöht sich die Anzahl der dokumentierten Aufnahmen deutlich.

Der Zeitstrahl mit den Daten der verfügbaren Aufnahmen des Thomanerchores

Der Zeitstrahl mit den Daten der verfügbaren Aufnahmen des Thomanerchores

 

Alle Angaben zu eienr solchen Aufnahme: Datum, Dirigent, mitwirkende Künstler und die unterschiedlichen Nummern, die ein solches Werk  in der SLUB auffindbar machen

Alle Angaben zu einer Aufnahme: Datum, Dirigent, Plattenfirma, mitwirkende Künstler und die unterschiedlichen Nummern, die ein solches Werk in der SLUB auffindbar machen

 

Die SLUB Dresden bietet ihre große Vielzahl an Sammlungen ansprechend und weitgehend selbsterklärend dar – wenn Sie also was zu “ihren” Themen brauchen, werden Sie sich rasch zurechtfinden.

Veröffentlicht unter Bibliotheken, Digitalisierung | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Beitrag zur Blogparade „Vernetze Dich“

Mosskresse3kleinAlexander Liebrecht hat in seinem Blog zu einer Blogparade aufgerufen, die das Ziel des Vernetzens im Titel trägt: „Vernetzte Dich und stelle zwei Blogs Deiner Nische vor“ . Da mache ich gerne mit, doch was genau ist meine Nische? Seit ich den Schwerpunkt Seminare in mein Portfolio aufgenommen habe, fühle ich mich Blogs zu Themen wie Erwachsenen- und Weiterbildung sehr verbunden, andererseits sind auch bibliothekarische Blogs für mich von Interesse, da ich dort quasi meinen Input her bekomme. Denn meine Seminare behandeln eben sowohl Internet- als auch Literaturrecherche. Also stelle ich Ihnen heute ein Blog aus jedem dieser Bereiche vor.

Netz.Kultur.Lernen

Im Jahr 2012 habe ich bereits ein Blog von Beatrice Krause vorgestellt – da ging es um Recherche. Seit 2014 betreibt die Ausbilderin zu Internetthemen ein weiteres Blog: Netz. Kultur. Lernen. Themenschwerpunkt ist hier die Nutzung von Internet und Social Media fürs Lernen und Lehren. Dazu gehören praktische Tipps, wie und wo man für bestimmte Lehrmethoden verlässliche Quellen im Internet findet genauso wie Rechtsfragen. Beatrice Krause ist eine ausgewiesene Fachfrau, deren Blogs zu folgen mir im Laufe der Zeit einige Erkenntnisse eingebracht hat.

Die Stadtbibliothek Köln bloggt

Ja zugegeben, die Stadtbibliothek Köln ist keine wissenschaftliche Bibliothek. Doch sie ist quasi meine Hausbibliothek und deshalb stelle ich ihr Blog hier vor. Zum einen geht es hier um Themen, die die Stadtbibliothek Köln direkt betreffen, seien es Auszeichnungen, Veranstaltungen oder der Hinweis auf Schließungen einzelner Stadtteilbibliotheken. Daneben sind die Bloggerinnen und Blogger des Accounts für jede Menge aktuellen Spaß zu haben, sei es, dass sie wie gerade kleine Pokémon-Figuren in den Regalen verstecken oder Smoothie-Rezepte vorstellen. Sie erstellen Erklärvideos für technische Geräte, die in der Stadtbibliothek genutzt werden können, wie den 3D-Scanner oder das Gerät, um VHS-Kassetten zu digitalisieren.

Die meisten wissenschaftlichen Bibliotheken, denen ich per RSS-Feed folge, sind Universitätsbibliotheken und haben, ähnlich wie die Stadtbibliothek Köln, oft lokale oder universitätsbezogene Beiträge, wie zum Beispiel Stellenausschreibungen oder Hinweise auf technische Probleme auf dem Campus. D. h. im Grunde, dass ich den Blogs der einzelnen Bibliotheken stark gefiltert folge, denn mein Interesse liegt vor allem darin, neue Informationen über Kataloge, Weiterentwicklung von Suchmöglichkeiten und andere bibliothekarische Entwicklungen zu bekommen.

Ein Dank geht an Alexander Liebrecht für die Idee zu dieser Blogparade; mich mehr zu vernetzen, steht jetzt ganz klar auf der Agenda.

Veröffentlicht unter Blogs, Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert

Interview mit Marvin Bittner

Marvin Bittner ist ein sehr junger Autor aus Hagen, der schon ein paar Bücher vorgelegt hat – das erste bereits als Teenager. Also ein junger Mann, der mit dem Internet und seinen Angeboten aufgewachsen ist. Wie recherchiert ein solcher Autor?

Was machen Sie beruflich?

– Ich bin seit 2013 als Schriftsteller tätig, der sich auf die Genre Fantasy und Kriminalistik spezialisiert hat.

Welcher Art war die Ausbildung zu Ihrem Beruf? (Studium, Lehre, was Kombiniertes, Quereinstieg)

– Den Weg in die Schriftstellerei habe ich über den Quereinstieg gewagt. Dadurch, dass ich immer gerne geschrieben – bereits in der Grundschule – und gelesen habe, habe ich versucht, im deutschen Buchmarkt Fuß zu fassen.

Welche Kenntnisse und Erfahrungen benötigen Sie für Ihre Tätigkeit?

– Um meine Berufung ausüben zu können, benötige ich neben dem Schreiben einen roten Faden, mit der Frage: „Wo will ich mit der Geschichte hin? und „Wie kann ich die Leserschaft am besten unterhalten?” Um diese beiden Fragen beantworten zu können, arbeite ich in meine Geschichten reale Elemente ein. Für diese Einarbeitung benötige ich gute Kenntnisse in der Recherchearbeit.

Wie sieht Ihre Weiterbildungsstrategie aus?

Durch Gespräche mit Verlegern, Buchhändlern und Autorenkollegen, die ich durch die Buchmessen, aber auch durch Lesungen und Veranstaltungen, kennengelernt habe, weiß ich meistens, was auf dem deutschen Buchmarkt gefragt ist. So kann ich mich beim Schreiben gezielter auf neue Genres einlassen.

Müssen Sie für die alltägliche Arbeit oder für grundsätzlich für Ihr Know-How regelmäßig aktuelle Informationen besorgen?

– Diese Frage kann ich per se nicht beantworten, da sich die Einholung von aktuellen Informationen, etc. von Projekt zu Projekt unterscheidet.

Gehörte die Vermittlung von Suchmethoden zu Ihrer Ausbildung?

– Nein, die Vermittlung von Suchmethoden gehörte nicht zu meiner Ausbildung, da ich kein Literaturstudium vollendet habe, bevor ich den Weg in die Schriftstellerei gesucht habe.

Das Autorenfoto von Marvin Bittner

Das offizielle Autorenfoto von Marvin Bittner

Wo sind Ihre Anlaufstellen, wenn Sie etwas suchen? (Kolleginnen, Bücher, öffentliche Stellen, Fachzeitschriften,  Internet oder noch was anderes)

– Wenn ich ein neues Projekt beginne und dazu einige Informationen zu Orten, Gebäuden benötige, recherchiere ich im Internet oder auch in Büchern. Ggf. spreche ich auch mit Autorenkollegen.

Wenn Sie im Internet suchen: Welche Mittel nutzen Sie? (Suchmaschinen, (Fach)Foren, Wikipedia, (Fach)Datenbanken, Bibliotheksangebote)

Bei der Recherche im Internet bevorzuge ich meistens Angaben aus Suchmaschinen wie Google und dem Online-Lexikon Wikipedia.

Hat sich Ihre Form der Informationsbeschaffung in den letzten Jahren geändert? Wenn ja, wie und warum?

– Ja, die Informationsbeschaffung hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Durch die sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram) ist es einfacher denn je geworden, um Information schnell und einfach zu erhalten.

Ist das Internet für Sie eine hilfreiche Einrichtung?

– Das Internet ist für mich eine hilfreiche Einrichtung. Vor allem aber die sozialen Netzwerke, wie Facebook helfen dabei, sich mit Autorenkollegen und Verlegern schnellstmöglichst auszutauschen.

Gibt es zu Ihrem Bereich viele Informationsmöglichkeiten im Netz?

– Ja, die gibt es. Google und Wikipedia helfen schon sehr. Aber auch das persönliche Gespräch mit Historikern und Bibliothekaren, das ich hin und wieder bevorzuge, hilft ebenso so sehr.

Haben Sie eine Suchstrategie entwickelt, die Sie verlässlich zu den benötigten Quellen führt?

– Da ich sehr oft realitätsnah schreibe, suche ich immer wieder zu einzelnen Bruchstücken Informationen, die zusammen ein Bild oder auch den roten Faden ausmachen.

Haben Sie mal bei einer Recherche ein  besonderes Highlight erlebt?

– Besonders spannend ist es, wenn man wie ich z. Zt. neu das Genre Biographie behandelt und bei der Recherche bemerkt, das alle Figuren auf eine zurückgehen. Es wirkt also wie ein Tunnel, der mit einer Person anfängt und mit derselben wieder endet.

Social Media als Recherchehilfe – ein wahrscheinlich weit verbreiteter Trend in der Alterskategorie von Marvin Bittner, der Mitte der 90-er zur Welt kam.

Veröffentlicht unter Recherchen | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

ZB MED muss aus der Leibniz-Gemeinschaft ausscheiden

Am 24.6.2016 war die Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz  (GWK), in der über die Zukunft der ZB MED als “Leibinz-Informationszentrum  Lebenswissenschaften” entschieden wurde. Nur knapp drei Jahre wird sich die ZB MED dann also als Leibniz-Informationszentrum gehalten haben – von 2014 bis Ende 2016:

Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften (ZB MED), Köln, erfüllt die Voraussetzungen für die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern nicht mehr. Daher scheidet die ZB MED mit Ablauf des Jahres 2016 aus der gemeinsamen Förderung aus. (PM der GWK vom 24.06.2016)

Daran hat auch die Aktion #keepzbmed mit ihrer Petition und den daraus resultierenden vielen Beiträgen in unterschiedlichen Medien nichts geändert.

Die Ergebnisseiten von LIVIVO, dem Katalog der ZB MED, bieten zahlreiche Filtermöglichkeiten, Zusatzmaterialien etc. - die Recherche ist leicht verständlich und der Zugang ebenfalls.

Die Ergebnisseiten von LIVIVO, dem Katalog der ZB MED, bieten zahlreiche Filtermöglichkeiten, Zusatzmaterialien etc. – die Recherche ist leicht verständlich und der Zugang ebenfalls.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immerhin aber steht diese zentrale Einrichtung zur Vermittlung von medizinischer und anderer Fachliteratur aus unterschiedlichen Bereichen der “Lebenswissenschaften” (Agrar, Umwelt, Ernährung) nicht vollständig vor dem Aus, wie es am Anfang mal schien. Das Land NRW und das Bundesgesundheitsministerium arbeiten gemeinsam an einer Lösung. Sinnvollerweise, denn innerhalb Deutschlands gibt es einen solchen Bestand an Literatur nicht noch mal. Und wenn auch alle immer auf die neuesten Publikationen schielen – der Altbestand ist so was von wertvoll für die Forschung! Beispiel aus meiner Erfahrung: enges Orchideenthema, alle berufen sich auf eine Publikation aus den 30ern, die erste zum Thema überhaupt. Also bekommt der Kunde die auch – und stellt fest, dass seit den 50ern keiner mehr reingeguckt hat, denn der Abschreibefehler aus dieser Nachkriegspublikation wurde munter immer weitergenutzt …

Das wirklich Blöde an dem Ganzen ist, dass die ganze Verunsicherung dazu geführt hat, bereits angelaufene Prozesse der Umstrukturierung (die ja von der Leibniz-Gemeinschaft gefordert wurden und die grundsätzlich sinnvoll sind) wie eine neue Leitung dadurch zu verschieben –  und die werden jetzt nach aller Erfahrung mit solchen Berufungsprozessen auch noch eine Weile auf sich warten lassen. Wenn es denn tatsächlich um den Wettbewerb in der Informationsverbreitung gehen soll (was ich nicht so sehe) hat die ZB MED auf diese Weise jetzt noch mal schlechtere Karten als im März auf diesem “Markt”.

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar