Heute ist Welttag des audiovisuellen Erbes

Seit 2007, also gerade mal 7 Jahre  gibt es diesen Welttag des audiovisuellen Erbes in Deutschland,  den die UNESCO  2005 (hier gehts zum entscheidenen Dokument) ins Leben gerufen hat.  Er knüpft an die “Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder” an, die die UNESCO am 27. Oktober 1980 verabschiedet hat. Schon damals war klar, dass die Masse an Film- und Tonaufnahmen aus den letzten gut 100 Jahren gefährdet ist: Abnutzung und Materialermüdung sind die Ursachen. So sind viele Filme nur noch bruchstückhaft erhalten.

Andererseits kann die Bedeutung von Filmen und Tonaufnahmen kaum überschätzt werden: Sie sind ein Massenmedium, das mit Hilfe von Bildern und Tönen – sei es Musik oder Sprache – sehr viel mehr Menschen erreichen, als es gedruckte Dokumente können. Kino- oder Fernsehfilme, Radiosendungen, Schallplatten, CDs, Kassetten, Nachrichtensendungen: Sie sehen, die Fülle ist enorm. Und wer selber Tonaufnahmen, Fotos oder Filme macht und aufbewahrt, weiß um die Vergänglichkeit des Materials: Farben bleichen aus, Filmstreifen werden brüchig.

Wichtige Aufbewahrungsorte für audiovisuelle Medien sind Archive – Rundfunk- und Fernseharchive, aber auch solche von Firmen oder Kommunen, an Institutionen wie Universitäten oder Stiftungen. Auch wenn hier Profis arbeiten, die sich mit der Aufbewahrung auskennen, bleibt die Gefahr der Schädigung. Deshalb steht der Welttag der audiovisuellen Medien in diesem Jahr unter dem Motto: Archives at Risk: Much more to do. Dafür gibt es eine eigene Website. Sie können auch nachschauen, welche Medien bei der Unesco registriert wurden. Weitere Hintergrundinformationen bietet die Seite Memento Movie, bei der auch die Frage nach Archivierung von Privataufnahmen oder dem Internet aufgegriffen werden.

Tanks on parade in London at the end of World War I, 1918

Siegesparade mit Panzern in London 1918

Gerade bei dem vielen Gedenken an den ersten Weltkrieg finde ich es faszinierend, wie viele Filmaufnahmen es in dem Zusammenhang gibt (viele Beispiele auch auf YouTube). Auch wenn es da noch keinen Ton gab, bekommt man einen Blick in die Zeit vor 100 Jahren, der die Sicht auf diese Zeit bestimmen kann. Archiviert wurden die Sachen großenteils eher zufällig – welche Quellen stünden uns heute wohl zur Verfügung, wenn es damals schon eine Pflichtabgabe und Pflichtaufbewahrung gegeben hätte?

Insgesamt ist in den letzten 100 bis 150 Jahren der Ausstoß an Druck- und anderen Zeitzeugnissen immens angestiegen – Bilder, Filme, Tonaufnahmen gibt es erst seit etwas mehr als  100 Jahren. Sie können uns die Vergangenheit näher holen, unmittelbarer als jeder Text – deshalb ist es wichtig, sie zu bewahren.

Bietet ein Archiv in Ihrer Nähe etwas zu diesem Gedenktag an? Schauen Sie dann doch einfach mal vorbei und lassen Sie sich entführen in die Zeit unserer Eltern, Groß- und Urgroßeltern – oder in die eigene Kindheit, bei einem Film, den Sie im Kino oder Fernsehen gesehen haben.

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Netzwerk Bibliothek startet heute

Heute ist ja der Tag der Bibliotheken – und heute startet die Beta-Version von Netzwerk

Alte Bücherregale haben so hren Charme, nicht wahr? Diese hier stehen in Mystic in Connecticut

Obwohl – alte Bücherregale haben schon ihren Charme, nicht wahr? Diese hier stehen in Mystic in Connecticut. ;-)

Bibliothek . Hier finden sich “zeitgemäße” Verastaltungsformate, digitale Angebote usw. Ich bin gespannt, wie dieses Netzwerk sich entwickeln wird. Dass Bibliotheken mehr sind als Bücherregale, muss ich hier wohl nicht weiter betonen, oder?

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Heute ist Weltlehrertag

Und das an einem Sonntag ;-)

Wobei: Viele Lehrerinnen werden am Wochenende an ihrem Schreibtisch sitzen und Arbeiten korrigieren. Also halt die Lehrpersonen, die in unserem Sprachgebauch Lehrerinnen sind: Menschen, die in Schulen unterrichten und zwar meist Kinder und/oder Jugendliche.  In der Erwachsenenbildung bezeichnet man  die wissenvermittelnde Person idR als Referentin; bei Fremdsprachen allerdings gibt es die Bezeichnung “Sprachlehrer”. So viel zur Sprachverwirrung ;-)

Frage ist also: Wer ist Lehrer oder Lehrerin?

Wikipedia hat dazu einen schönen Artikel, wo auch die Weisheitslehrer und die Kirchenlehrer ihren Platz haben. Daneben dann noch Hochschul- und Titularlehrer. Den größten Raum nehmen aber die Lehrpersonen ein, die an Grund- und weiterführenden, an Berufs- und Fachschulen unterrichten. Laut GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft)  sind es rund 800.000 Menschen, die als Lehrkräfte tätig sind – an den o. g. Schulformen. Sie stehen Tag für Tag vor Kindern und Jugendlichen, um sie zu unterrichten, ihr Wissen zu mehren, ihre Kompetenzen zu stärken.

Des Lehrers Leid 1839

Lehrer waren schon immer Opfer von Streichen – auch in den 30ern des 19. Jahrhunderts

Anlass, den Weltlehrertag einzuführen ist die Erinnerung an den Tag, als die “Charta zum Status der Lehrerinnen und Lehrer” 30 Jahre alt wurde: Am 5.10.1964 wurde sie von der UNESCO angenommen  – wird also heute 50 – und 1994 wurde der Weltlehrertag ins Leben gerufen. Und der feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag.

Was machen Lehrerinnen eigentlich? Wie und warum?

Zum Warum kann ich nicht viel sagen – ich bin keine Lehrerein, sondern allenfalls eine Referentin, die Ihnen Recherchemehoden erläutert oder mit Ihnen über Literatur diskutiert. Aber zum Was und Wie habe ich mir schon so meine Gedanken gemacht. Haben Sie sicher auch, schließlich waren wir alle mal in der Schule – das ist ein Thema, wo wirklich jede mitreden kann.

Das Wie ist ist schon immer ein heikler Punkt im Unterricht. Wer packt es da vorne, eine Klasse so zu führen, dass sie dem Unterricht folgt und tatsächlich was lernt? Der autoritäre Knochen mit dem Frontalunterricht? Die verständnisvolle ältere Freundin? Der Kumpeltyp? Alles so Klischées aus der untersten Schublade der Lehrerwitze. Auch wenn man sie selber kennengelernt hat ;-)

Ziel der oben erwähnten Charta ist es, gut ausgebildete Lehrerinnen für guten Unterricht zu haben – dann haben nämlich alle was davon. Doch immer noch begegnen uns an den Schule in Deutschland Menschen, die ihr Fach lieben, die aber nicht in der Lage sind, mit solchen Menschen angemessen zu kommunizieren, die diese Leidenschaft nicht teilen. Das ist sehr bedauerlich.

Vielleicht sollte nicht die Liebe zum Fach das Entscheidende sein, sondern die Liebe zu Menschen, besonders zu Kindern und ganz besodners zu Jugendlichen, die mancher Lehrperson das Leben wirklich schwer machen können, mit ihrem Interesse für alles andere als den Schulstoff.

Die Reform von Curricula, Schulalltag und -struktur gehört nicht hierher – sind aber ganz dringende Baustellen, bundesweit.

Weltlehrertag – ein Tag, um sich mal Gedanken zu machen über die Menschen, denen wir unsere Kinder Tag für Tag anvertrauen (manche sagen: müssen), damit sie ihnen Wissen  vermitteln. Es ist kein leichter Job. Es kann ein erfüllender Beruf sein – wenn es jemand ist, der oder die eine Begabung für den Umgang mit jungen Menschen hat und die Rahmenbedingungen stimmen. Nein, immer auf die Lehrernden zu schimpfen, ist keine zielführende Idee – vielleicht sollten wir einfach mal “Danke” sagen?

Eine Petition der Eudcation International – die soll an Herrrn Ban Ki Moon gehen.

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Thema 1914 – bei der Facebook-Seite (fast) täglich ein Eintrag

ItalBeuteGesch

Geschütze an der Isonzo-Front

Wer sich für den Ersten Weltkrieg, bzw. den Großen Krieg interessiert:

Auf der Facebook-Seite von Profi-Wissen, poste ich fast jeden Tag (sonntags nicht ;-) ) einen “tagesaktuellen” Eintrag: Tagebuch oder Zeitungsausschnitt. Immer beginnt der Eintrag mit “Heute vor 100 Jahren”. Kurios sind ja manche Werbeanzeigen der Zeit in den Tageszeitungen – die kommen auch gelegentlich vor. Das Thema 1914 wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen – dort und bei der Kölner Leselust. Und es wird weiterhin so heißen – auch wenn die Jahre voranschreiten – der Übersichtlickeit wegen ;-)

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Spezialbibliotheken – Heute: ZB MED Nachtrag

In meinen Augen bedauerlicherweise hat sich im Vergleich zu meiner Darstellung der ZB MED vom Juli letzten Jahres eine Sache verändert:

Es gibt bei Zeitschriften nicht mehr den Hinweis auf den Standort in der ZB MED selber – “Lesesaal 1. OG”, “LFI oben” usw.

So sah das vorher aus - wo finde ich die Zeitschrift?

So sah das vorher aus – wo finde ich die Zeitschrift? (Der Hinweis stand oberhalb der Angaben, welche Hefte erwartet oder angekommen seien.

Die Info fehlt jetzt:

So sehen die Angaben zu zeitschriften jetzt aus - welche Hefte usw., aber es fehlt die Angabe auf den physischen Ort in der ZB Med selber

So sehen die Angaben zu Zeitschriften jetzt aus – es gibt die Angaben, welche Hefte da sind usw., aber es fehlt die Angabe zum physischen Ort in der ZB Med selber

Natürlich muss man nicht orientierunglos durch die Räume gehen – die Angaben gibt es ja auch auf Papier:

Ein Zettel mit dem Überblick kann weiterhelfen

Ein Zettel mit dem Überblick kann weiterhelfen

Und es gibt tatsächlich einen Vorteil für Menschen, die die ZB MED häufig nutzen: Wenn man die Nummern und ihren Aufstellungsort ein paar Mal gesehen hat, weiß man schon beim Notieren der Signatur, wo die Zeitschrift steht (dass z. B. die B-Signaturen im LFI-Gebäude stehen, weiß auch ich als so eine Gelegenheitsnutzerin ;-) ).

Da ich die ZB MED nur manchmal nutze, fand ich es sehr praktisch, meinem Ausdruck der Literaturliste die Standortangaben gleich beizufügen (ich hab quasi die eine Zeile aus dem Katalog kopiert) – aber ich bin ja flexibel und kann das jetzt auch mit der Papierversion :-)

Mit dem Stichwort “Spezialbibliotheken ” können Sie in meinem Blog weitere Artikel zu Recherchequelle in, ja eben: Spezialbibliotheken  finden. Das war letztes Jahr eine längere Blogreihe.

Ein E-Book zur Reihe gibt es auch: Spezialbibliotheken. Eine Vorstellungsreihe

Sie können es via ISBN ganz normal über Ihre Buchhandlung bestellen.

So sieht das Cover aus - das Bild dazu stammt aus der Public Library in Mystic, USA

 

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Spezialbibliotheken – heute: Virtuelle Fachbibliothek Osteuropa ViFaOst

Wenn mans ausspricht, könnte man an was anderes denken ;-) , aber die ViFaOst ist ein wirklich spannendes Portal, wenn es um osteuropäische Themen geht. Mit Hilfe von Bibliothekskatalogen und Fachdatenbanken, können Sie sich wissenschaftlich relevante Informationen zu Geschichte, Literatur, Sprache, Kultur und Politik osteuropäischer Länder – vom Baltikum bis zum Balkan – verschaffen. Hier arbeiten verschiedene Institutionen zusammen, u. a. die Bayerische Staatsbibliothek, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen oder das Herder-Institut.

Um sich einen Überblick zu einem Thema zu verschaffen, ist es sinnvoll, die Seite “Bibliothekskataloge” aufzurufen; hier versammeln sich alle durchsuchbaren Quellen.

Suchoptionen können Sie mit Häkchen ab- und hinzuwählen. Die kleinen "i"s geben beim Draufklicken Informationen über die Quelle.

Suchoptionen können Sie mit Häkchen ab- und hinzuwählen. Die kleinen “i”s geben beim Draufklicken Informationen über die Quelle.

Oberhalb der Datenbank-Auswahl gibt es ein kleines Dropdownmenu, um die einfache Suche einzuschränken – ein sehr minimalistisches Angebot:

Zeitraum und Phrasensuche al Optione - das wars.

Zeitraum und “genaue” bzw. “ähnliche” Suche als Option – das wars.

“Ähnliche” Begriffe finden, heißt, dass Schreibvarianten oder Synonyme berücksichtigt werden – bei unsicherer Kenntnislage kann das hilfreich sein.

Neben der Suchzeile gibt es auch die Möglichkeit, die Suche zu transliterieren, also in eine andere Schrift zu übertragen – bei kyrillischen oder griechischen Texten ein nützliches Angebot. Das Symbol dazu sieht so aus: ViFaOst4

Dann gibt es noch die erweiterte Suche; die Dropdownmenus neben den einzugebenden Suchbegriffen bieten neben den üblichen Angaben (Autor, Titel, Schlagwort; ISBN, ISSN etc.) zusätzlich “Sprache” zur Auswahl:

Erweiterte Suche - mit Transliteratationsmöglichkeit für die einzelnen Zeilen.

Erweiterte Suche – mit Transliteratationsmöglichkeit für die einzelnen Zeilen.

 

Das Suchergebnis kommt übersichtlich daher:

Eine aufgeräumte und übersichtliche Ergebnisseite - Speichermöglichkeit ist für nmicht eingeloggte Nutzer ausschließlich die "temporäre Merklilste".

Eine aufgeräumte und übersichtliche Ergebnisseite – Speichermöglichkeit ist für nicht eingeloggte Nutzer ausschließlich die “temporäre Merklilste”.

Um an lizenzrechtlich eingeschränkte Angebote zu kommen, müssen Sie sich über Ihre Heimateinrichtung anmelden; dazu gehen Sie über “Anmelden” und kommen dann auf diese Seite; da können Sie schon mal schauen, ob Ihre Einrichtung – und damit auch Sie – auch berechtigt ist.

Die Liste der Zeitschriften zu osteuropäischen Themen, finden Sie dann hier - die rot markierten bieten keinen unbeschränkten Online-Zugang; hier greift wieder Ihre Anmeldung, Ihre Heimateinrichtung oder die Möglichkeit der Fernleihe.

Werbung in eigener Sache:

Das E-Book zur Reihe: Spezialbibliotheken. Eine Vorstellungsreihe

So sieht das Cover aus - das Bild dazu stammt aus der Public Library in Mystic, USA

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Thema 1914: Youtube-Kanal “Der erste Weltkrieg”

Da haben sich die Macher aber was vorgenommen: Viereinhalb Jahre lang, 100 Jahre nach dem Geschehen, wollen sie auf dem Youtube-Kanal “Der erste Weltkrieg” diesen nachzeichnen, Woche für Woche.

Jetzt zu Beginn sind einige Folgen mehr erschienen – um die Vorgeschichte zu erhellen drei Teile (Vorgeschichte Teil 1, Vorgeschichte Teil 2 und Vorgeschichte Teil 3). Weitere Specials sind angekündigt.

Der Journalist Christoph Krachten, Geschäftsführer von Mediakraft Networks,  sitzt nun  also jeden Donnerstag vor einer Karte des Europa von 1914 (später wohl von 1915 usw.?) und erzählt von den damaligen Geschehnissen. Eingeblendet werden Filmaufnahmen, die aus den Beständen der British Pathé War Archives stammen sowie Fotos von Personen und Ereignissen.

Die Kommentare zu den bisherigen Vidos sind großenteils positiv – eine solche Präsentation hätten sich manche in der Schule gewünscht, heißt es. Es gibt auch inhaltliche Debatten; von Seiten des Kanals werden Fragen beantwortet, die nach dem Video offenblieben. Sehr lobenswert.

Gavrilo Princip young

Gavrilo Princip

Manche Aussagen mögen nicht alle Interpretationsansätze oder Hintergründe berücksichtigen – ein Video von nicht mal sieben Minuten kann das auch nicht. So erfährt man über Gavrilo Princip, den Attentäter, trotz gegenteiliger Aussage, nicht wirklich viel. Aber der Überblick, den der Kanal insgesamt bietet, wiegt das Manko auf; für Einzelaspekte muss man ja erst mal ein Grundwissen haben.

Es gibt von diesem Kanal auch eine englische, eine polnische und eine türkische Version. Ledier kann ichd avon maximal den englischsprachigenen Kanal verfolgen, da ich weder polnisch noch türkisch beherrsche.

Ich habe den – deutschen – Kanal abonniert und werde verfolgen, was sich da im Laufe der kommenden viereinhalb Jahre tun wird. Ich finde ja, dass Christoph Krachten – und seine Kolleginnen der anderen Ausgaben – recht schnell spricht; aber man kann sich solch ein Video ja notfalls häufiger anschauen.

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Correct!V – Gemeinnütziges Rechercheportal gegründet

Das ist ja eine spannende Sache:

Der Journalist David Schraven hat das gemeinnützige Recherchebüro Correct!V gegründet- kress zitiert in seinem Beitrag die Selbsteinschätzung von “eine Antwort auf die Medienkrise” -, das investigative Recherche liefern soll.

1849 - Karikatur Die unartigen Kinder

Die Pressefreiheit gehört 1849 zu den unartigen Kindern, die der Schulmeister züchtigt. Wir haben da heute eine ander Einstellung; investigativer Journalismus ist für Demokratie unabdingbar.

Der Hintergrund: Für investigativen Journalismus fehlt oft das Geld in den Redaktionen – ein Schaden für das Informationsrecht von Bürgerinnen und Bürgern.

Correct!V will nun solchen investigativen Journalismus für Zeitungs- und Rundfunkredaktionen erbringen. Ein Hilfsmittel dazu: der anonyme Briefkasten. Für Informationen, die an die Öffentlichkeit gehören, deren Urheber aber nicht  dorthin wollen – aus welchen Gründen auch immer. Dazu gibt es dann Tipps, wie die Informationsübergabe auch wirklich anonym bleibt: ein Gerät ohne Zgangsbeschränung und dann ein USB-Stick o. Ä. oder mittels TOR-Technik.

Gemeinnützig klingt erst mal nach: Da kann ich als Rechercheurin oder Journalistin kein Geld verdienen. Stimmt nicht! Das Projekt wird über Stiftungsgelder, Mitgliedsbeiträge und Spenenden finanziert. Startkapital sind 3 Millionen Euro von der Brost-Stiftung in Essen. MItgliedsbeiträge sind ein weiteres finanzielles Standbein. Ein Anreiz: Mitglieder können nicht nur exklusiven Einblick in Rechercheunterlagen bekommen, sondern auch mitbestimmen, welchen Themen Correct!V nachgeht.  Spenden sind jederzeit willkommen. Da Correct!V als gemeinnützige Einrichtung gilt, sind Zuwendungen steuerlich abstzbar.

Wer also bei disem Projekt mitwirken will, hat mehrere Optionen – auch als Journalistin, denn Correct!V sucht Mitarbeiterinnen: Bewerbungen erwünscht.

Schon eine tolle Sache und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Profi-Wissen bietet  ja eher wissenschaftliche Recherchen an – ich bin keine Journalistin und werde da nicht mitmachen. Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen von Correct!CV aber auf jeden Fall viel Erfolg.

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Thema 1914: Radiotipps zum ersten Weltkrieg – WDR und Deutschlandfunk

Der erste Weltkrieg wird auch in den Medien ausführlich behandelt. So gibt es ab 12.7. auf WDR 3 eine Reihe zu Musik aus der Zeit. Sieben Länder nimmt sich die Senung “Variationen” vor:

  • 12.7.: England
  • 19.7.: FrankreichStuckhorn
  • 26.7.: Österreich
  • 2.8.: Polen und Ungarn
  • 9.8.: Deutschland
  • 16.8.: Russland
  • 23.8.: die skandinavischen Länder

Gut eineinhalb Stunden gehen die Sendungen dem, nach, was der Krieg mit dem Musikschaffen im Lande machte.

Auf WDR 5 – um bei einem meiner “Haussender” zu bleiben – ist der erste Weltkrieg vom 28.7. bis 1.8. Wochenthema; klar, am 1.8.1914 brach der Weltkrieg aus, zumindest in Deutschland. Schwerpunkt: Wie der erste Weltkrieg NRW, bzw. die Regionen, die heute NRW sind, veränderte.

Im Deutschlandfunk  geht am 2.8. Andreas Noll dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien nach und was heute davon geblieben ist. Eine Woche später, also am 9.8., gibt es ein Hörspiel über die Folgen der Schlacht von Verdun.

Es gibt noch mehr – vielleicht haben Sie ja auch einen Tipp?

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Suchmaschinenporträts: Personensuchmaschine Yasni

Obwohl – das ist ja eigentlich eine Irreführung (meinerseits ;-) ): Eine Suchmaschinen ist yasni ja gar nicht, auch wenn die Kurzbezeichnung “Personensuchmaschine” sich für diese Art von Diensten eingebürgert hat. Vielmehr handelt es sich um einen Aggregatoren, der im Netz frei verfügbare Informationsschnipsel hübsch aufbereitet und zusammengefasst auf einer Seite anbietet. Das jedenfalls bietet die dritte der Suchzeilen auf der Startseite an: Informationen über Personen.

Suchzeile, um Infroamtionen über einen Namen herauszufinden, die im Netz fei vefügbar sind

Suchzeile, um Informationen über einen Namen herauszufinden, die im Netz fei vefügbar sind.

Wenn ich hier einen Namen eintippe, bekomme ich nach Rubriken sortiert unterschiedliche Ergebnisse: Bilder, Daen aus sozialen Netzwerken, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Selbst bei meinem Namen, der nicht besonders häufig ist, gibt es da Einträge, die nicht zu mir gehören, sondern zu Namensschwestern irgendwo im deutschsprachigen Raum (mit “Köln” hinter meinem Namen wirds dann übersichtlicher – aber das hilft bei manchen Namen auch nicht weiter – Martin Schulz gibt’s auch in Recklinghausen mehrfach …):

Gut, dass bei den Netzwerk-Profilen die Ortsangabe dahinter stehen - da kann man direkt filtern

Gut, dass bei den Netzwerk-Profilen die Ortsangabe dahinter stehen – da kann man direkt filtern

Ganz oben findet sich eine Anzahl von Stichwörtern, die mit dem Namen verbunden sind – teils zu mir gehörend, teils nicht. Der Zensur-Button rechts und bei den Bildern oben scheint zu funktionieren: Ich habe eines der Profilbilder “zensiert” und bei der nächsten Suche ist es nicht wieder aufgetaucht. Was für Möglichkeiten …

Aber mal ehrlich: Das Bild ist nach wie vor im Netz unterwegs und kann gefunden werden (über Cache-Funktionen, über die Waybackmachine). Andererseits, wenn ich hingehe und versuche, eine Telefonnummer zu löschen, dann werde ich gefragt, ob ich dazu berechtigt bin. Bin ich, klar, oder? Es geht ja um meine – alte – Telefonnummer.

Ich habe eine Telefonnumer zensiert ...

Ich habe eine Telefonnumer zensiert …

Da wird mir zugesichert, meine Telefonnummer komme auf eine Liste zu löschender Telefonnummern für EU-Nutzer; in den USA und weltweit darf das Ergebnis weiter ausgewiesen werden? Übrigens hat sich Yasni mit dem blauen Bestätigungslink aufgehängt …  Also ob das so klappt? Und vor allem: Ich hätte da jetzt auch eine andere Telefonnummer “löschen” lassen können – bei Fritz Müller oder Greta Schulze oder wasweißich. An eine echte Löschung ist unter diesen Umständan ja wohl nicht zu denken. Und außerdem:

Yasni bietet auch ganz professionell Datenlöschungen an – das kostet dann  aber.

Wer auf der Startseite von Yasni in die oberen Suchfelder was eingibt, bekommt zu einem bestimmten Stichwort seine “Wettbewerber” gezeigt – und zwar egal, welches der Suchfelder (“ich suche Personen zu …” oder “ich kann/biete …”) man nutzt – die Ergebnisse sind identisch. Diese beiden oberen Suchfelder halte ich für nicht sinnvoll.

Kritik

Yasni kan einem einen Überblick darüber verschaffen, welche Informationen im Netz frei verfügbar sind – zu einem Namen, nicht zu einer Person. Den jeweiligen Anteil muss man selbst raussuchen, denn dass ein Name nur ein einziges Mal vorkommt, ist unwahrscheinlich. Die vorgebliche Möglichkeit, Daten zu löschen, macht auf mich einen unseriösen Eindruck – es kann sich nur um eine Filterfunktion von yasni handeln, so dass die Ergebnisse hier nicht mehr auftauchen. Und das sagt genau nix über deren weiterexistenz im Internet aus.

Yasni ist keine Suchmaschine -

Um sich einen Überblick zu verschaffen, welche Einzelheiten zu einer Person im Internet frei  zu erhalten sind, kann das ein Augenöffner sein – um gezielt belastbare Informationen zu einer Person zu finden, tendiere ich dazu, die einzelnen Suchergebnisse meiner Suchmaschine(n) durchzuschauen. Übrigens sieht das auch die Suchfibel so …

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